Regierung über französisch-zypriotisches Militärabkommen verärgert

10. März 2007, 21:20
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Paris und Nikosia weisen Einmischung zurück: "Brauchen keine 'Erlaubnis' aus Ankara"

Ankara/Paris - Die türkische Regierung hat ihre Verärgerung über das am 28. Februar unterzeichnete französisch-zypriotische Verteidigungsabkommen ausgedrückt. Der von der französischen Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie und dem zypriotischen Außenminister Georgios Lillikas unterschriebene Vertrag trage dazu bei, "die griechischen Zyprioten in ihrer unnachgiebigen Haltung zu bestärken und die Bemühungen um eine globale Lösung" der Zypern-Frage zu erschweren, erklärte das Außenministerium in Ankara.

Das französische Außenministerium wies die türkischen Vorwürfe zurück und betonte, dass das Abkommen inhaltlich mit ähnlichen Verträgen übereinstimme, die Paris mit anderen EU-Mitgliedern geschlossen habe. Die Regierung in Nikosia erklärte, Zypern habe als souveräner Staat das Recht, internationale Abkommen zu schließen, und brauche dafür keine "Erlaubnis" aus Ankara.

Quelle der Instabilität

Die einzige "Quelle der Instabilität" sei die Türkei mit ihren 42.000 Soldaten im Nordteil der Insel. Zuvor hatte die Türkei, die seit 1974 den Nordteil Zyperns okkupiert, Ägypten und den Libanon aufgefordert, mit Zypern geschlossene Abkommen zu sistieren.

Im Dezember hatte die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei teilweise auf Eis gelegt, weil sich Ankara weigert, seine Flug- und Seehäfen für zypriotische Flugzeuge und Schiffe zu öffnen. Völkerrechtlich ist die ganze Insel seit 2004 EU-Mitglied, doch findet das Regelwerk der Union im türkisch besetzten Norden, der international nicht anerkannten "Türkischen Republik Nordzypern" (KKTC), keine Anwendung. (APA)

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