Das Gewinnwunder aus München

11. März 2007, 08:00
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Bei Deutschlands größtem Versicherer Allianz deutet alles auf weiter steigende Kurse hin - von Christian Scheid

Bei der Allianz knallen die Sektkorken. Mit einem 2006er Nettogewinn von mehr als sieben Mrd. Euro hat der Münchner Versicherungsriese nicht nur die Analystenerwartungen übertroffen, sondern auch das höchste Ergebnis der Firmengeschichte eingefahren. Dem Konzern halfen dabei neben dem starken Geschäft mit Produkten zur Altersvorsorge auch das Ausbleiben von Naturkatastrophen sowie die Börsenhausse. Der eigentliche Grund für das glänzende Abschneiden liegt aber woanders: Der DAX-Konzern hat in den Jahren zuvor mit einem schlüssigen Restrukturierungskonzept die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Umfirmierung in eine „Europa AG“, die Eingliederung der ausländischen Töchter sowie die Entbürokratisierung der Abläufe – alles Maßnahmen, die sich für Europas größten Versicherer jetzt bezahlt machen.

Mit kräftigem Beifall reagierte die Börse auf das Gewinnwunder aus München. In den Tagen nach Vorlage der Zahlen schnellte die Aktie auf bis 170,00 Euro hoch und erreichte damit ein Niveau, das der Titel zuletzt im Juli 2002 sah. Auch die Analystenhäuser geizen nicht mit Lob: So erhöhte zum Beispiel Merrill Lynch das Kursziel auf 190,00 Euro und begründete dies mit dem gesteigerten Vertrauen in die Profitabilität des Konzerns. Die HypoVereinsbank sieht die Aktie trotz der jüngsten Gewinne weiter deutlich unterbewertet und beziffert den fairen Wert mit 195,00 Euro. Diese positiven Prognosen sind keineswegs übertrieben. Die Unternehmensziele bis 2009 sehen eine jährliche Steigerung des operativen Ergebnisses um zehn Prozent auf dann mindestens 13,3 Mrd. Euro vor. Dieser Wert übertrifft die Markterwartungen bei weitem. Darüber hinaus hat die Allianz mit der Dividendenerhöhung von 3,00 auf 3,80 Euro ein weiteres Signal gegeben. Und auch bei dem einstigen Sorgenkind Dresdner Bank läuft es – wie ein Nettogewinn von 950 Mio. Euro zeigt – immer besser. Vorstandschef Michael Diekmann will sich dennoch nicht zurücklehnen und hat eine Offensive in den Wachstumsländern China, Russland und Indien angekündigt. Wie ernst es ihm damit ist, zeigt der getätigte Mehrheitserwerb am russischen Versicherer Rosno.

Nicht nur fundamental, sondern auch charttechnisch stehen die Ampeln bei der Allianz auf Grün. Sollte die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals, die derzeit bei rund 172,00 Euro verläuft, nach oben durchbrochen werden, wäre der Weg bis zur 200-Euro-Marke frei. Ein offensives Produkt auf die Aktie ist daher ratsam. Das Outperformance-Zertifikat der Société Générale (ISIN DE 000 SG3 4D7 4) hebelt Kursgewinne ab dem Basispreis von 155,00 Euro mit einer Partizipationsrate von 150 Prozent. Nach unten trägt der Anleger ab dem Basispreis dagegen „nur“ das einfache Aktienrisiko. Bis dahin kann es allerdings zu gehebelten Verlusten kommen.

Fazit: Die Allianz gehört zu den günstigsten Blue Chips in Deutschland. Wer nach der laufenden Korrektur auf eine Erholung des Marktes und der Allianz-Aktie setzen will, profitiert mit dem Outperformer überdurchschnittlich an solch einer Entwicklung.

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