Kärntner Frauenbewegung will Chancengleichheit "nachmessen"

12. März 2007, 13:32
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Erster Schritt zur gerechten Gesellschaft ist für Landesleiterin Kogler Bewusstmachung der Benachteiligung von Frauen

Klagenfurt - Das Jahr 2007, das Europäische Jahr der Chancengleichheit, hat die zum Anlass genommen, um ein Resümme über die Situation der Frauen in Kärtnen zu ziehen. "Wir haben uns für den Internationalen Frauentag vorgenommen, einmal nachzumessen wie viel Chancengleichheit es wirklich in Österreich gibt", so die Landesleiterin Barbara Kogler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den ÖVP-Frauen Ursula Kuess (Frau in der Wirtschaft) und Maria Happe, Landesbäuerin, sowie dem ÖVP-Landesparteiobmann Josef Martinz.

Keine tatsächliche Gleichstellung

"Die Gleichstellung von Frauen und Männern im Arbeitsleben wurde im Bundesgesetz aus dem Jahre 1979 für alle privatrechtlichen Arbeitsverhältnisse geregelt. Doch eine tatsächliche Gleichstellung gibt es 28 Jahre nach dieser gesetzlichen Regelung immer noch nicht. Nach wie vor verdienen Frauen um gut ein Drittel weniger als Männer für gleiche und gleichwertige Arbeiten", so die Landesleiterin der Kärntner Frauenbewegung.

"Was immer schon so war"

Den Hauptgrund dafür sieht Kogler in der ungleichen Bewertung von Arbeit. "Frauen arbeiten überproportional in Berufen, die am Arbeitsmarkt geringer bewertet und damit entlohnt werden. Die Ursachen dafür liegen in der unterschiedlichen Bewertung der Ausbildung, der Produktivität und in der gesellschaftlichen Tradition. Ganz nach dem Motto: Was immer schon so war, braucht nicht geändert werden. Auch wenn es gegen das Gesetz ist" prangerte Kogler an.

Auch sei der Frauenanteil in Führungspositionen verschwindend gering. Eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen zeige: je höher die Position desto geringer der Frauenanteil. 183 Frauen in höchster Führungsebene stünden 1.432 Männer gegenüber, das ergebe einen Frauenanteil von 11,3 Prozent.

Bewusstseinbildung

Die Landesleiterin der Kärntner Frauenbewegung rief alle Frauen auf, selbst nachzumessen, wie es um ihre Chancengleichheit stünde. "Denn das Bewusstsein, ungerecht behandelt zu werden, ist der erste Schritt um ein Umdenken in der Gesellschaft hin zu mehr Gleichbehandlung durchzusetzen", schloss Kogler. (red)

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