Reaktionen: Auch Kritik an Polizei

6. März 2007, 22:54
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Stellungnahmen zu den Gewalttätigkeiten um das Wiener Derby im Horr-Stadion vom vergangenen Sonntag:

Thomas Zlabinger (Bundesliga-Sicherheitsbeauftragter): "Ohne die Gewalt und Gewaltbereitschaft dieser Unruhestifter in irgendeiner Form verherrlichen zu wollen. Aber wir sprechen immer von polizeifreien Stadien und deeskalierenden Maßnahmen. Aber von Deeskalation war am Sonntag bei der Vorgangsweise der Polizei im Rapid-Sektor wenig zu sehen."

Georg Pangl (Bundesliga-Vorstand): "Die Vorfälle sind schärfstens zu verurteilen. Es ist unsere dringliche Aufgabe, jene Außenseiter, die sich unter die echten Fans mischen und für die Ausschreitungen sorgen, rigoros zu bestrafen und mit allen rechtlich verfügbaren Mitteln langfristig aus den Stadien zu verbannen."

Markus Kraetschmer (Austria-Manager): "Es ist ein Punkt überschritten worden, das können wir uns nicht mehr gefallen lassen. Das sind keine Kavaliersdelikte. Ich hoffe, dass unser Videoüberwachungssystem die richtigen Bilder liefert, die darauf folgenden Urteile müssen abschreckend sein. Ich will solche Fans nicht mehr in unserem Stadion sehen, wir werden gegen sie vorgehen. Das hat mit Fußball nichts zu tun. Wir wollen unseren Heimvorteil im Horr-Stadion keinesfalls hergeben und uns nicht von solchen Leuten in die Knie zwingen lassen. Das Horr-Stadion ist behördlich und von der Bundesliga geprüft und lizenziert."

Helge Payer (Rapid-Torhüter, der von einem bengalischen Feuer getroffen wurde): "Ich habe gespürt, dass ich am linken Oberschenkel getroffen wurde. Ich habe aber sofort gemerkt, dass ich nicht ernsthaft verletzt bin. Einen Abbruch zu provozieren, daran habe ich keine einzige Sekunde gedacht. Ich will immer sportlich gewinnen."

Georg Zellhofer (Austria-Trainer): "Eine EM im eigenen Land steht vor der Tür, das ist wenig förderlich. Von einer gesunden Rivalität lebt der Fußball, aber so etwas hat nichts mit Fußball zu tun. Hut ab vor der Fairness von Helge Payer."

Günther Platter (Innenminister): "Der gestrige Vorfall ist überaus schädlich für das Sportland Österreich. Es kann nicht sein, dass man mit Bengalischen Feuern ein Stadion betreten kann. Ende Mai, beim Länderspiel gegen Schottland, beginnt die Simulationsphase und permanente Evaluierungen. Die EURO wird sicher. Hooligans dürfen keine Chance haben."

Reinhold Lopatka (Sport-Staatssekretär): "Es gibt drei Hauptansatzpunkte. Die positive Fankultur und Prävention, das ist der wichtigste Punkt. Zudem kommen die Eigenverantwortung der Bundesliga und die Vorgangsweise der Sicherheitskräfte und der Justiz. Die schwarzen Schafe müssen an den Pranger gestellt werden."

Michael Fanizadeh (Fair Play-Kampagne im Fußball): "Unsere Erfahrung ist: dort, wo die Fans ernst genommen werden und integriert sind, funktioniert es am Besten. Solche Sozialarbeits- und Präventions-Programme greifen aber eben nicht von heute auf morgen. Bei der EURO sollen die Fans zusammengebracht und nicht getrennt werden. Wir müssen den Leuten und Städten die Angst nehmen. Ein Fußball-Fan per se ist nicht böse und gefährlich."

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