Kroatien und Bosnien-Herzegowina streiten um zwei Inseln

12. März 2007, 11:07
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Differenzen bei Spitzentreffen in Zagreb - Die Inseln Veliki und Mali Skolj werden von beiden Ländern beansprucht

Zagreb - Die Spannungen zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina haben sich nach dem Spitzentreffen vom vergangenen Wochenende in Zagreb offenbar verschärft. Zwei der drei Mitglieder des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, die mit dem kroatischen Präsidenten Stjepan Mesic und weiteren Führungsmitgliedern über offene Fragen diskutiert hatten, warnten vor Problemen auf Grund der bestehenden Territorialkonflikte zwischen den beiden Ländern, wie die kroatische Nachrichtenagentur HINA am Montag berichtete.

Der Streit könnte zu einem internationalen Schiedsspruch führen, falls Kroatien den Bau der "Brücke von Peljesac" in der bisherigen Form fortsetzen sollte, sagte das kroatische Mitglied des Präsidiums, Zeljko Komsic, der bosnischen Tageszeitung "Oslobodjenje" (Montag-Ausgabe). Die Brücke würde den Zugang zum offenen Mehr beeinträchtigen, sagte Komsic. Mit dieser Brücke will die kroatische Regierung eine Landverbindung zwischen Süddalmatien und dem Rest des Landes schaffen.

"Diese zwei Inselchen sind für uns sehr wichtig"

Die Inseln Veliki und Mali Skolj vor der herzegowinischen Adriastadt Neum werden von beiden Ländern beansprucht. Auch in diesem Fall wäre die Inanspruchnahme eines internationalen Schiedsspruchs möglich, so Komsic. Sven Alkalaj, der Außenminister Bosnien-Herzegowinas, kündigte gegenüber der Tageszeitung "Dnevni Avaz" an, dass sein Land starkes Interesse am Status der beiden Inseln habe. "Diese zwei Inselchen sind für uns sehr wichtig. Würden sie Kroatien zufallen, dann wäre die Kontinuität Bosnien-Herzegowinas als Mittelmeeranrainer unterbrochen", so Alkalaj.

Nebojsa Radmanovic, der Präsident des Präsidiums Bosnien-Herzegowinas, sagte der Tageszeitung "Nezavisne novine" in Banja Luka, dass die umstrittene Grenzfrage beim Besuch des kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader Ende März gelöst werden könnte. Die Bedingung dafür wäre eine Zustimmung der kroatischen Seite zu "allem, was auf diesem Gebiet schon gemacht ist". Er forderte mehr Engagement, um den Status des Hafens Ploce, den Durchgang durch Neum und den Bau der "Brücke von Peljesac" einer Lösung zuführen zu können. (APA)

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