Schuhe anprobieren, die's noch gar nicht gibt

12. März 2007, 18:43
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Fraunhofer-Forscher entwickeln "virtuellen Spiegel" - auf LCD-Schirm Kundenfüße und Schuhmodelle kombiniert

Berlin/Paris- Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik (HHI) haben einen virtuellen Spiegel entwickelt, mit dem Schuhe anprobiert werden können, die es noch gar nicht geben muss. "Das Projekt wurde gemeinsam mit Adidas entwickelt. Kunden können sich einen ganz persönlichen Schuh zusammenstellen und ihn virtuell vor unserem Spiegel anprobieren", erläutert der Wissenschaftler Jürgen Rurainsky. Eine Kamera nimmt dabei Füße und Beine des Kunden auf und gibt sie gespiegelt auf einem LCD-Schirm versehen mit den (im konkreten Fall) Sportschuhen nach Wunsch wieder.

Selbstbespiegelung

Über dem Bildschirm befindet sich ein echter Spiegel. Das Spiegelbild und die virtuellen Füße werden dabei synchronisiert, damit es zu keinem Bruch kommt. Die 3D-Bildverarbeitungstechnik sorgt dafür, dass der Kunde seine Füße bewegen kann und somit die virtuellen Schuhe in Echtzeit von allen Seiten betrachten und im Einsatz sehen kann. Die 3D-Bewegungen der beiden Füße werden verfolgt und Computer-Graphikmodelle auf die Weise in die Videoszene integriert, dass die Person die virtuellen Schuhe zu tragen scheint.

Durch die Menüs des Systems kann der Kunde berührungslos navigieren. Die Finger können dabei bis zu 80 Zentimeter Abstand zum Bildschirm haben. Der Kunde muss lediglich auf die gewünschten Bereiche deuten. Die Position des Fingers im Raum wird mit Hilfe einer Stereokamera ermittelt, wodurch die Zeigerichtung erfasst und ausgewertet wird. Ein Datenhandschuh oder eine 3D-Brille sind nicht notwendig, um sich in der virtuellen Schuhwelt zu Recht zu finden. Diese Tatsache sei ein gewichtiges Argument, damit Kunden eine derartige Technik annehmen, meinen die Forscher.

Probelauf

Im Einsatz befindet sich die Technik bereits in einem Adidas Store in Paris. Kunden stellen sich nach persönlichen Wünschen ihren Schuh zusammen. "Sie können dabei Schnitt, Farbe, Sohle sowie weitere Eigenschaften aussuchen. Vor dem virtuellen Spiegel können sie verschiedene Schuhmodelle anprobieren", so Rurainsky. Hat sich der Kunde dann für einen Schuh entschieden, wird er von Adidas speziell nach seinen Vorstellungen gefertigt. (pte)

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