"Frauen nicht auf Mutterrolle reduzieren"

12. März 2007, 13:32
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Debatte rund um die Rolle der Frau "nicht mehr zeitgemäß": SPÖ setzt auf permanente Frauenförderung in Unternehmen

Wien - Die SPÖ will Frauen verstärkt in die Führungsetagen bringen und setzt dabei auf die Koppelung von öffentlichen Aufträgen in Unternehmen an Frauenförderung. Das erklärten am Montag Nationalratspräsidentin und SP-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Bettina Stadlbauer in einer gemeinsamen Pressekonferenz anlässlich des Internationalen Frauentags kommenden Donnerstag. Die Debatte rund um die Rolle der Frau in der vergangenen Woche bezeichnete Prammer als "nicht mehr zeitgemäß", Frauen dürften nicht auf ihre Mütterrolle reduziert werden.

Frage der Finanzierung in Frage gestellt

So erteilten die beiden SPÖ-Frauen dem von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider ins Spiel gebrachten "Müttergeld" und auch dem Vorschlag von Umweltminister Josef Pröll eine Absage, eine "Mindestsicherung" von 726 Euro für jenen Elternteil einzuführen, der sich einige Jahre ausschließlich der Familie widmet. "Da soll er mir dann auch dazu sagen, woraus er das finanzieren will", meinte Prammer in Richtung Pröll und fügte hinzu, dass man dieses Geld ohnehin sinnvoller - Stichwort Kinderbetreuungseinrichtungen - investieren könne.

"Permanente Frauenförderungen"

"Ohne Quoten geht es schwer", meinte Prammer zur Frage, ob man in Zukunft nicht verpflichtende Frauenquoten in Betrieben einführen sollte. Da eine solche aber nicht im Regierungsprogramm vorgesehen ist, setzen die SP-Frauen auf spezielle "permanente Frauenförderungen" in den Betrieben und Überzeugungsarbeit. Der öffentliche Dienst könne hier "Wegbereiter" für die Privatwirtschaft sein. Es gehe darum, eine "andere Stimmung im Land" zu schaffen.

Thema Kinderbetreuung "sofort angehen"

Die SPÖ sei die Garantie für einen Kurswechsel der Frauenpolitik im Land, gaben sich Prammer und Stadlbauer überzeugt, in der ÖVP steige man nach wie vor bei Frauenthemen auf die Bremse. So habe sich Familienministerin Andrea Kdolsky noch im Jänner für die Schaffung von mehr Kinderbetreuungsplätzen ausgesprochen, jetzt verweise sie wieder darauf, dass zuvor "Bedarfserhebungen" notwendig seien, beklagte Stadlbauer: "Wir müssen dieses Thema aber sofort angehen."

Beispiele

Dass der SPÖ Frauenthemen wichtig seien, und dies nicht nur am Frauentag, untermauerten Prammer und Stadlbauer mit konkreten Beispielen. So würden von dem im vereinbarten Mindestlohn in der Höhe von 1.000 Euro zahlreiche Frauen profitieren, speziell im Dienstleistungsbereich. Die Zielvorgabe der SPÖ-Frauen sei es diesen Mindestlohn auch in Branchen einzuführen, in denen es keinen Kollektivvertrag gibt. Bezüglich des Ausbaus der Kinderbetreuungseinrichtungen will die SPÖ bis 2010 50.000 neue Kinderbetreuungsplätze schaffen, weitere 40.000 müssen qualitativ verbessert werden, sind Prammer und Stadlbauer überzeugt.

Aktion "Ran an die Jobs"

Anlässlich des Internationalen Frauentages startet die SPÖ mit einer neuen Kampagne. Am 7.März findet ein bundesweiter Aktionstag unter dem Titel "Ran an die Jobs" statt. (APA)

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SPÖ-Frauen

Aktion

"Ran an die Jobs - Mehr Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt"
Mittwoch, 7. März um 12.15 Uhr
Dr. Karl Renner-Ring, Ecke Schmerlingplatz
  • Bild nicht mehr verfügbar
    SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer und Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer bei der letztjährigen Bundesfrauen-Aktion.
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