Scala-Krieg findet Fortsetzung

5. März 2007, 12:02
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Tenor Alagna will Veröffentlichung der DVD über "Aida"-Premiere stoppen - Nach Eklat sei er "wie Krimineller behandelt worden"

Rom - Der italienisch-französische Tenor Roberto Alagna, seit Samstag in der Wiener Staatsoper in Massenets Oper "Manon" zu hören, führt seinen Krieg gegen die Mailänder Scala weiter. Der Sänger, der im Dezember mit seinem plötzlichen Abgang von der Bühne bei einer Aufführung der Oper "Aida" in der Scala international für Aufsehen gesorgt hatte, will die Veröffentlichung einer DVD der "Aida"-Premiere gerichtlich verhindern.

In der Aufführung spielte er die Rolle des Radames. Nachdem er die Arie "Celeste Aida" beendet hatte und ausgepfiffen worden war, hatte Alagna im Dezember fluchtartig die Bühne verlassen. Er wurde in der Rolle des Radames von Antonello Palombi ersetzt, der in Hose und schwarzem Hemd auftrat.

"Ich bin wie ein Krimineller behandelt worden"

"Nach meinem Abgang hat mich die Scala daran gehindert, weiter zu singen. Das Theater hat den Vertrag abgebrochen und ich habe Klage eingereicht", betonte Alagna im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag. "Ich bin wie ein Krimineller behandelt worden. Vor dem Eingang des Theaters standen sogar Polizisten, um mich daran zu hindern, wieder das Opernhaus zu betreten", betonte Alagna. Dabei sei er einer der erfolgreichsten Tenöre der Geschichte. "Die Leute unterstützen mich. Im letzten Jahr habe ich 970.000 CDs verkauft, wer hat dasselbe getan?", fragte Alagna.

Nach dem Eklat an der Scala sei er in Italiens Kulturwelt isoliert worden. Auch der Starregisseur Franco Zeffirelli, der mit ihm und seiner Frau Angela Gheorgiu in Rom die "Traviata" aufführen wollte, habe ihm den Rücken gekehrt. (APA)

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