Fast die ganze Liga im Abstiegssumpf

6. März 2007, 17:12
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Nach dem Wiener Derby kämpfen nicht weniger als sieben Klubs um den Klassenerhalt - Austria-Trainer Zellhofer: "Die Marschroute stimmt"

Wien - Die Austria hat am Sonntag mit dem verdienten 2:1-Heimsieg im 280. Wiener Derby gegen Rapid den Erzrivalen wieder in den Abstiegssumpf mit hineingezogen. "Die Marschroute stimmt, ich bin sehr erleichtert", freute sich Austria-Coach Georg Zellhofer, dessen Truppe zwar weiter Letzter ist, aber zum Frühjahrsauftakt ein 2:2 auswärts gegen Wacker Tirol und nun einen Derby-Erfolg hinlegte.

Payer: "Wir müssen noch mehr geben"

Rapid-Tormann Helge Payer, der von einem aus dem Austria-Fansektor geworfenen bengalischen Feuer auf dem Oberschenkel getroffen wurde, meinte zerknirscht: "Wir müssen noch mehr geben. Obwohl wir eigentlich eh schon alles geben. Wir kennen die Tabelle sehr gut. Mit einem Sieg wären wir weggewesen und hätten uns viel Luft verschafft, aber damit müssen wir jetzt leben."

Der Sieg der Austria im mit 11.400 Zuschauern ausverkauften Horr-Stadion hat nicht nur die Lage der Grün-Weißen, die nur noch einen Punkt Vorsprung auf die "Rote Laterne" haben, verschärft. Die viertplatzierten Rieder (29 Punkte) und Schlusslicht Austria (25) sind 13 Runden vor dem Ende nur durch vier Zähler getrennt. "Abgesehen von Salzburg, Mattersburg und Pasching muss jeder zittern. Es ist noch sehr viel möglich. Das werden 13 schwierige Spiele", wusste auch der einmal mehr sehr wortkarge Rapid-Cheftrainer Peter Pacult. der die obligatorischen Fragen nach der offiziellen Pressekonferenz abschmetterte.

Zellhofer atmet längst nicht auf

Zellhofer betonte neuerlich, dass es für sein Team bis Saisonende "ausschließlich Endspiele" gibt. "Abgesehen von Salzburg ist das eine sehr offene Meisterschaft. Wenn man einen Erfolgsrun hat, ist sehr viel drinnen. Wenn nicht, kann man sich die Erde von unten anschauen." Der Respekt vor der Konkurrenz im derzeit unglaublich geräumigen Tabellenkeller ist groß: "Das sind allesamt gute Mannschaft mit großer Qualität."

Über die Qualität des sehenswerten Derbys waren einander die beiden Feldherren einig. "Ein gutes Derby, das war ein offener Schlagabtausch", meinte Zellhofer, dessen Gegenüber Pacult ergänzte: "Ein bis zum Schluss interessantes Spiel, das wir leider in den ersten 15 Minuten verloren haben. Da waren wir zu wenig aggressiv und ballsicher."

Großes violettes Zittern in der Schlussphase

Mit einem schnellen Doppelpack durch Markus Kiesenebner ("Ich habe den Ball richtig schön getroffen") und den starken und gefährlichen tschechischen Neuzugang David Lafata (erster Treffer für die Violetten) führten die Hausherren bereits nach 14 Minuten 2:0. Das große Zittern - im bisherigen Meisterschaftsverlauf gab man in der Schlussphase bereits sechs Mal Führungen aus der Hand - blieb Zellhofer und Co. aber auch diesmal nicht erspart.

Aus einem Riesengetümmel im Fünfer der Austria entsprang in der 82. Minute der Rapid-Anschlusstreffer durch Jozef Valachovic, danach lagen bei den Austrianern einmal mehr die Nerven blank und Goalie Szabolcs Safar verhinderte bei einer Riesenchance von Mate Bilic (89.) den Ausgleich. "Wir haben es uns obligatorisch schwer gemacht", schnaufte Zellhofer nach dem heißen Finish erleichtert durch.

"Wir haben den Fluch besiegt", freute sich Andreas Lasnik nach getaner Arbeit. "Wir haben das sehr gut über die Bühne gebracht", war Kiesenebner zufrieden. Der ÖFB-Teamspieler fordert jedoch noch weitaus mehr: "Wir haben einen Super-Kader. Da ist noch viel mehr drinnen." (APA)

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    Lafata ist definitiv eine Verstärkung für die Austria.

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