Japanischer Premier entschuldigt sich nicht für Zwangsprostitution

8. März 2007, 12:42
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Ministerpräsident Abe betonte erneut, dass keine Fakten für "Trostfrauen" in sexueller Sklaverei im Zweiten Weltkrieg vorlägen

Tokio - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe will sich nicht für den Einsatz von Zwangsprostituierten in der kaiserlichen Armee im Zweiten Weltkrieg entschuldigen. Abe sagte am Montag vor einem Parlamentsausschuss in Tokio, dies werde er auch nicht tun, falls der US-Kongress dies in einer Resolution verlange. Abe betonte, es sei "nicht durch Fakten erwiesen", dass Japan Frauen zu sexueller Sklaverei gezwungen habe. 1993 hatte die damalige japanische Regierung für die Verwendung von so genannten "Trostfrauen" in der kaiserlichen Armee entschuldigt.

China hat Japan am Dienstag erneut dazu aufgefordert, sich der Verantwortung für die Zwangsprostitution asiatischer Frauen während des Zweiten Weltkriegs zu stellen. Dass Frauen massenhaft zum Sex gezwungen wurden, sei eines der schlimmsten Verbrechen, das die Japaner damals begangen hätten, sagte Chinas Außenminister Li Zhaoxing. "Die japanische Regierung sollte historische Tatsachen anerkennen und die Verantwortung dafür übernehmen, dass ehrlich und angemessen mit diesem Problem umgegangen wird."

Resolution in Erwägung

Abe soll bereits am 1. März vor Reporterinnen und Reportern gesagt haben, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Zwang auf Frauen ausgeübt worden sei, um als Prostituierte in Soldatenbordellen zu arbeiten. Historiker schätzen, dass 200.000 der "Trostfrauen" aus Korea, China und anderen Ländern vom japanischen Militär als Kriegsprostituierte ausgenutzt wurden. Im US-Kongress wird derzeit eine Resolution erwogen, in der Tokio zu einer formellen Entschuldigung und zur Übernahme der historischen Verantwortung für die "Trostfrauen" aufgerufen werden soll. (APA)

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    Zwei von mehr als 200.000 betroffenen Frauen in Asien und im Pazifik, die von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von japanischen Kolonialherren/Besatzern in die Prostitution gezwungen worden sind. Die so genannten "Comfort Women" mussten Gruppenvergewaltigungen, Zwangsabtreibungen und andere Verbrechen über sich ergehen lassen.
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