Bücherwürmer folgen dem Social-Network-Trend

13. März 2007, 10:18
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Literaturliebhaber vernetzen sich im Internet - LibraryThing weist mittlerweile 150.000 Mitglieder auf

Bisher hat man unter "Social Networking" Seiten wie MySpace verstanden, auf denen hauptsächlich Teenager Neuigkeiten bezüglich Lieblingsbands und Liebesleben austauschen. Doch in den USA beginnt sich ein neuer Trend durchzusetzen, der auch viele ältere Internetnutzer anzieht: Online Buchklubs. Auf der Seite LibraryThing können Mitglieder ihre Literatursammlung katalogisieren und veröffentlichen. Dadurch bekommt das eher einzelgängerische Hobby des Büchersammelns auch einen sozialen Aspekt. Die mittlerweile 150.000 Mitglieder des Networks können miteinander in Kontakt treten und ihre Bibliotheken vergleichen, müssen aber nicht ihre Identität preisgeben, berichtet die New York Times.

Zusatz

Die Mitglieder geben einfach den Titel eines Buchs in die Suchmaschine ein, die dann zusätzliche Details wie ISBN-Nummer und das Buchcover anzeigt. Um diese Informationen zu finden, werden die Datenbanken von Amazon, der US-amerikanischen Kongressbibliothek und 70 weiteren Bibliotheken durchsucht. Zusätzlich zu diesen Informationen kann man den Büchern auch sogenannte Tags anhängen, die weitere Informationen zum Inhalt oder zum Genre des Buches beinhalten können, oder aber auch persönliche Anmerkungen, wie "Lieblingsbuch" oder "ungelesen". Wenn ein Mitglied ein neues Buch in seinen Katalog einträgt, werden ihm automatisch jene Tags vorgeschlagen, die bereits andere Leser diesem Buch angehängt haben.

Seinen Bücherkatalog kann man sich nach verschiedenen Aspekten geordnet anzeigen lassen und auch ausdrucken. Außerdem kann man jene Mitglieder suchen, die einen ähnlichen Literaturgeschmack haben. Es ist aber auch möglich, die Informationen über seine Privatbibliothek einfach für sich zu behalten. Außerdem läuft auf LibraryThing ein Programm, das auf Grundlage der bereits gelesenen Bücher personalisierte Buchtipps gibt.

Beiträge

Die Seite kommt bisher ohne Werbung aus und wird zum Teil durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Wer allerdings weniger als 200 Bücher registriert, kann LibraryThing auch kostenlos nutzen. Zusätzliche Finanzhilfe kommt von Amazon. Der Gründer von LibraryThing plant außerdem, durch Verkauf der Tagging-Informationen an Online-Buchhändler und Informationsseiten, etwas Geld dazuzuverdienen. (pte)

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