VW-Käfer als Symbol für Korruption

12. März 2007, 08:56
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Kunstprojekt in Mexiko: "Nicht alles Grüne ist ökologisch"

Mexiko-Stadt - Der aus Deutschland stammende "Käfer", das grüne Volkswagen-Taxi der Mexikaner, hat im Land der Azteken ausgedient. Das Auto wird nicht mehr gebaut und zunehmend von neuen Fahrzeugen ersetzt. Aber seine Berühmtheit und Symbolkraft sind nach wie vor unübertroffen. Nun hat der Käfer in der mexikanischen Hauptstadt gar Einzug in die Kunstszene gehalten: Bis Ende März sind im Stadtzentrum sechs "Käfer"-Exemplare in einem Kunstobjekt von Betsabeé Romero zu bewundern.

"Nicht alles Grüne ist ökologisch", nennt die aus Mexiko-Stadt stammende 43-Jährige Künstlerin ihre Arbeit, die gemeinsam mit 22 weiteren Werken anderer Künstler in zwei Parks unter freiem Himmel ausgestellt werden. Die Kunstschau will nach den Worten des Kurators Edgardo Ganado Kim auf die "unangenehmen Bewohner" Mexikos - die Autos - aufmerksam machen.

Künstlerin Betsabeé Romero hat ihre "Vochos" (Käfer) in einen mit Schwertlilien gefüllten Brunnen getaucht. Damit wolle sie gleich zwei Plagen ansprechen, sagte die Künstlerin: Die grünen Minitaxis (Käfer) seien eine Plage, weil es von ihnen immer noch zu viele gebe und weil sie für die Korruption der Mafia stehen, die den Straßenverkehr in der Metropole kontrolliere. Die Lilie dagegen, ebenfalls grün, sei eine natürliche Plage, die sich in vielen Gegenden der Hauptstadt ausgebreitet habe. (APA/dpa)

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