Überfall auf Kreml-Kritiker in den USA

6. März 2007, 14:07
2 Postings

Russland-Experte wurde in Washington angeschossen und schwer verletzt

Washington - Ein amerikanischer Russland-Experte ist vor seinem Haus in einem Washingtoner Vorort angeschossen und schwer verletzt worden. Aus Polizeikreisen hieß es am Wochenende, die Indizien deuteten auf einen zufälligen Raubüberfall hin. Der 53-jährige Paul Joyal sei am Donnerstag in der Einfahrt seines Hauses von zwei Männern niedergeschossen worden.

Nur wenige Tage zuvor hatte Joyal dem Kreml vorgeworfen, direkt in den Giftmord des früheren KGB-Agenten Alexander Litwinenko in London verwickelt zu sein. Moskau hat das vehement dementiert. Am vorvergangenen Sonntag warf er im Fernsehsender NBC zudem dem Kreml vor, die Opposition mundtot zu machen. "Jedem, der sich öffentlich gegen den Kreml wenden will, ist klar gemacht worden: Wenn du das machst, werden wir dich finden und zum Schweigen bringen - in der schrecklichsten möglichen Art und Weise", sagte Joyal.

Oleg Kalugin, ein ehemaliger Abwehrchef des sowjetischen Geheimdienstes KGB und heutiger US-Staatsbürger, sagte, dass Litwinenko und Joyal Bekannte gewesen seien. Joyal sei auf dem Weg der Besserung. Joyal arbeitet für die Washingtoner Beratungsfirma National Strategies.

Als Hauptverdächtige im Mordfall Litwinenko gelten der frühere KGB-Agent Andrej Lugowoi und der russische Geschäftsmann Dimitri Kowtun. (AP, red, DER STANDARD, Printausgabe 5.3.2007)

Share if you care.