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9. März 2007, 11:43
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Irans Präsident Ahmadi-Nejad besucht König Abdullah in Saudi-Arabien - Dass Saudi-Arabien im Atomstreit zwischen USA und Iran vermitteln will, wird dementiert

Zu seinem Besuch bei König Abdullah in Riad brachte der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad eine Fülle von Themen mit: Irak, Libanon, Syrien und Pakistan. Dass Saudi-Arabien im Atomstreit zwischen Washington und Teheran vermitteln will, wird dementiert.

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Präsident Mahmud Ahmadi-Nejads Kurzbesuch in Riad am Samstag hat eine Spekulationswelle über dessen Gründe hervorgerufen. Die iranischen Medien betonten einhellig, dass die Reise nicht in Zusammenhang mit der bevorstehenden internationalen Irak-Konferenz zu sehen sei, die am 10. März in Bagdad unter Beteiligung des Iran, Syriens und der USA stattfinden soll. Der Iran und Saudi-Arabien als größte Ölproduzenten in der Region hätten gemeinsame Interessen und seien an der Stabilität in der Region interessiert, wiederholten das staatliche iranische Radio und Fernsehen die unverbindlichen offiziellen Positionen.

In Teheran wurde dementiert, dass Saudi-Arabien zwischen dem Iran und den USA vermitteln soll. Laut dem konservativen Blatt Keyhan wollen Teheran und Riad ihre Politik unter anderem im Libanon und im Irak besser koordinieren. Die Lage im Libanon ist eine Dauerbelastung für die Beziehungen zwischen Teheran und Riad: Saudi-Arabien unterstützt Ministerpräsident Fouad Siniora, während der Iran und Syrien auf der Seite der Hisbollah stehen.

"Bereitschaft signalisiert"

"Der Iran hat seine Bereitschaft signalisiert, im Irak und im Libanon seinen Einfluss auf Syrien geltend zu machen, und im Gegenzug soll Saudi-Arabien jede militärische Aggression gegen den Iran ablehnen", sagte ein hochrangiger iranischer Diplomat am Rande des Besuchs zu Journalisten. Die iranische Atompolitik habe bei dem Gespräch mit König Abdullah nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Auch ein Treffen islamischer Länder in Pakistan vergangene Woche, zu dem der Iran nicht eingeladen gewesen war, wurde zwischen dem iranischen Präsidenten und dem saudi-arabischen König erörtert. Die pakistanisch-iranischen Beziehungen sind angespannt, konservative iranische Kreise kritisierten Islamabad für seine Einladungspolitik scharf. Ahmadi-Nejad sprach im Gespräch mit iranischen Journalisten von "offenen Fragen" in Bezug auf die Konferenz.

"Im amerikanischen Netz"

Sogar bei Freitagsgebeten im Iran war Pakistan vorgeworfen worden, seine nachbarlichen Pflichten nicht erfüllt zu haben. "Pakistan soll sich nicht im amerikanischen Netz fangen lassen und seine guten Beziehungen zum Iran aufs Spiel setzen", meinte der Freitagsimam von Teheran.

Das Verhältnis zwischen dem Iran und Pakistan wurde in der letzten Zeit auch durch Vorfälle mit "Rebellen" an der iranischen Grenze zu Pakistan und Afghanistan belastet, die bei der Verfolgung durch iranische Streitkräfte nach Pakistan flüchten. Der Iran wirft Pakistan vor, nicht entschieden genug gegen Rauschgiftbanden und Terroristen, die zuletzt Anschläge in iranischen Grenzstädten verübt haben, vorzugehen. Nach offiziellen iranischen Darstellungen werden die Terroristen, die Zuflucht in Pakistan erhalten, von den USA und Großbritannien unterstützt. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, Printausgabe 5.3.2007)

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    Zumindest nach außen hin um Annäherung bemüht: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad und Saudi-Arabiens König Abdullah Händchen haltend in Riad.

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