Illy serviert auch Tee und Edelschoko

27. März 2007, 15:13
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Der Triester Kaffeeröster verbreitert sein Sorti­ment um hochwertige Tees und Edelschoko­lade. Der Umsatz soll deutlich wachsen

Der Kaffeeröster aus Triest, die italienische Illy-Gruppe, setzt ihren explosiven Wachstumskurs fort. Nachdem Unternehmenschef Andrea Illy im vergangenen Jahr die Mehrheit der italienischen Kultschokofirma Domori erworben hat, übernahm er nun auch die französische Prestigefirma Dammann Frères. Damit soll der Umsatz 2007 von 260 auf 310 Millionen Euro wachsen.

Die im Jahr 1692 gegründete Damman Frères ist die älteste Teefirma Frankreichs. Mit ihrem vielfältigen Sortiment an Tees mit natürlichem Aroma ist sie im obersten Preissegment angesiedelt. Ähnlich wie die Schokoladefirma Domori zählt auch Dammann zum Luxusbereich im Nahrungsmittelsektor. Domori konzentrierte sich bereits in den Neunzigerjahren auf genetisch reine Kakaopflanzen und hat inzwischen als Hersteller von sortenreiner Schokolade einen weltweiten Ruf.

Umsatz-Verdoppelung angestrebt

Illy plant in den kommenden vier Jahren 360 Verkaufspunkte "Espressamente" zu eröffnen. In den vergangenen drei Jahren hat der Triester Kaffeeröster bereits 140 Espressamente Illy aufgesperrt, verteilt auf zehn Länder. In den Espresso-Bars wird künftig nicht nur Illy-Espresso, sondern auch sortenreine Schokolade und aromatischer Tee serviert. Damit plant der 41-jährige Manager und Großaktionär des Familienunternehmens, den Umsatz in wenigen Jahren zu verdoppeln. Bereits 2006 konnte ein zweistelliges Umsatzwachstum auf 260 Mio. Euro erzielt werden.

Illy bleibt auch bei den Schokogetränken und beim Tee seiner hochpreisigen Premiumstrategie treu. Lebensziel des Unternehmers ist nach seinen eigenen Worten, den Kunden besten Espresso, Tee und Schoko-Getränke zu servieren. "Wir haben nur 100-Prozent-Arabica-Kaffee, den wir direkt bei den Erzeugern kaufen und diese mit Zertifizierungen und Prämien zur Qualität stimulieren", sagte der italienische Unternehmer dem STANDARD.

Gegründet in den 1930er-Jahren

Andrea Illy setzt mit der Diversifizierung auf Tee und Schokolade die Tradition seines Großvaters Francesco fort. Der aus der österreichisch-ungarischen Monarchie stammende Offizier ließ sich Anfang der 1930er-Jahre in Triest nieder und gründete dort die Basis für das Kaffee-Imperium. Er flankierte damals die Kaffeerösterei mit dem Handel von Kolonialwaren. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.3.2007)

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    Setzt auf hochqualitative Produkte: Andrea Illy, Chef der Triester Kaffeerösterei.

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