Die spionierenden Super-Cookies

13. März 2007, 10:15
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Neue Gefahren für die Privatsphäre am PC - "Die Situation ist vergleichbar mit dem Aufkommen der ersten Cookies vor zehn Jahren"

Beim Besuch einer Webseite speichern die Betreiber oft ungefragt kleine Datenpakete auf dem Rechner des Nutzers. Solche Cookies können nützlich sein, aber auch sensible private Daten sammeln. Eine neue Generation dieser Spezies macht es den Anwendern besonders schwer, sich gegen das Ausschnüffeln zu wehren, warnt das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 6/07.

Lernen

Wer einmal beim Videoportal YouTube war und die gewünschte Lautstärke für einen Film eingestellt hat, kann sich bei den nächsten Besuchen zurücklehnen: YouTube speichert diese Einstellung auf dem PC des Nutzers und stellt den Pegel automatisch auf die zuletzt gewählte Lautstärke ein - sogar, wenn der Anwender unterschiedliche Browser verwendet. Verantwortlich ist ein Cookie der neuen Generation, der mit Hilfe des verbreiteten Flash-Players browserübergreifend Daten ablegt und an die Webseite weitergibt.

Zwiespältig

Cookie-Aktivitäten auf dem Rechner können aber auch ganz anders aussehen: Die Cookies protokollieren, welche Webseite der Anwender besucht und für welche Produkte er sich interessiert. Marketingstrategen können aus diesen heiklen Informationen Benutzerprofile erstellen. Außer herkömmlichen Cookies und Flash- Cookies haben sie dafür spezielle Techniken im Internet Explorer und Firefox zur Auswahl.

Verwaltung

Herkömmliche Cookies lassen sich mit den meisten Browsern inzwischen leicht verwalten, blockieren und verlässlich löschen. Die neue Generation macht es dem Anwender jedoch weitaus schwerer. Flash-Cookies haben dabei die größte Verbreitung, man kann sie bei Bedarf aber auch am ehesten abwehren: Über die rechte Maustaste kann der Besucher für jede Webseite einstellen, wie viele Daten der Flash Player bei ihm speichern darf. Auf einer speziellen Webseite von Adobe/Macromedia kann er Flash-Cookies komplett abstellen - doch nur wenige Anwender kennen diese Möglichkeit.

Neustart

"Die Situation ist vergleichbar mit dem Aufkommen der ersten Cookies vor zehn Jahren", erläutert c't-Redakteur Herbert Braun das Dilemma. "Auch die neuen Super-Cookies verstecken sich gut auf der Festplatte und lassen sich nur schwer finden und löschen. Dass die große Schar der Anwender deshalb nicht unruhig wird, hat nur einen Grund: Kaum jemand kennt sie."

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