Parlamentswahlen in abtrünniger Republik Abchasien

14. März 2007, 16:18
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Sicherheitsmaßnahmen verstärkt - Saakaschwili besuchte demonstrativ Luftwaffenbasis

Moskau - Gegen den Protest Georgiens ist am Sonntag in der abtrünnigen Schwarzmeerregion Abchasien ein neues Parlament gewählt worden. Für den Urnengang verstärkten die abchasischen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen im Kreis Gali, der an der Waffenstillstandslinie mit Georgien liegt, wie die Agentur Interfax aus der Hauptstadt Suchumi meldete. Abchasien hatte sich in einem Krieg 1992 bis 1994 mit russischer Unterstützung von Georgien abgespalten und will als unabhängiger Staat anerkannt werden.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili besuchte am Sonntag demonstrativ eine Luftwaffenbasis in der Stadt Gori. Die Wahl in Abchasien sei ungültig, solange 400.000 im Bürgerkrieg vertriebene georgische Flüchtlinge nicht in ihre Heimat zurückkehren könnten, sagte er.

Keine Anerkennung

Saakaschwili will die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien bis 2009 wieder unter Kontrolle bringen. "Wir erwarten kein Anerkennung der Wahlergebnisse durch Georgien, unseren Nachbarstaat", erklärte der abchasische Präsident Sergej Bagapsch.

Abchasien habe ein größeres Recht auf Anerkennung der Unabhängigkeit als die südserbische Provinz Kosovo, sagte Bagapsch in Suchumi. Er zog damit ähnlich wie Russland eine Verbindung zwischen den ungelösten Separatistenkonflikten in der Ex-Sowjetunion und dem Kosovo.

Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sehen dagegen im Kosovo einen völkerrechtlich nicht vergleichbaren Sonderfall. Politische Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts um Abchasien haben seit Jahren keine Lösung gebracht. (red/APA/dpa)

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    Proteste gegen die abchasische Wahl in Georgiens Hauptstadt Tiflis

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