Götschl im Super G überragend

9. März 2007, 14:18
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Doppelsieg für ÖSV-Damen - Die Steirerin siegte in Tarvis mit einer Sekunde Vorsprung vor Nicole Hosp und Julia Mancuso

Tarvis - Renate Götschl hat in Tarvis mit ihrem insgesamt 17. Erfolg in einem Weltcup-Super-G in der "ewigen" Bestenliste vor der Deutschen Katja Seizinger (16) die alleinige Führung übernommen. Die 31-jährige siegte überlegen 1,01 Sekunden vor Nicole Hosp und liegt nun im Gesamtweltcup mit 1.199 Punkten gleichauf mit der US-Amerikanerin Julia Mancuso, die Dritte wurde. Marlies Schild landete auf dem 12. Platz und hat im Rennen um die Große Kristallkugel als Vierte nur 29 Punkte Rückstand, Hosp ist Dritte (16 Zähler hinter den Führenden).

Bei herrlichem Winterwetter präsentierte sich die Rennstrecke am Monte Lussari trotz warmer Temperaturen in hervorragendem Zustand. Als Hauptkriterium für die Läuferinnen entpuppte sich eine Doppel-S-Kurve an der letzten Kante vor dem Zielsprung, an der etliche Läuferinnen viel Zeit verloren. Nicht so Götschl: "Ich hab mir gedacht, auf und drauf", erzählte die 31-jährige im Ziel. Mit dem Selbstvertrauen des Gewinns der kleinen Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup vom Vortag sei das auch optimal gelungen.

"Saison einfach ein Hammer"

"Ich habe mit dem Gewinn der Abfahrt-Kugel so viel für mich erledigt und heute den siebenten Saisonsieg gefeiert. Insgesamt ist das mein 45. Sieg. Diese Saison ist einfach der Hammer", meinte die Steirerin nicht ohne Stolz. Trotz der Führung im Gesamtweltcup will sie nicht an die große Kristallkugel denken. "Von den sechs noch kommenden Rennen stehen vier in technischen Disziplinen an", merkte sie an. Über einen möglichen Start in Zwiesel (Slalom, Riesentorlauf) will sie erst in der kommenden Woche entscheiden.

"Mein Lauf war nicht fehlerfrei, aber ich bin zufrieden. Renate wäre so oder so nicht zu biegen gewesen", sagte die zweitplatzierte Hosp. Zum Gesamtweltcup meinte sie. "Alle Vier sind in Superform, die Technikerinnen aber im Vorteil. Wer am meisten Glück hat, wird am Ende gewinnen." Weniger zufrieden zeigte sich Schild, die die Führung in der Weltcupwertung erst einmal abgegeben hat. "Es ist eng, aber ich schau nicht genau hin." Mit ihren Ergebnissen am Tarvis-Wochenende sei sie zwar im Großen und Ganzen zufrieden, "leider hab ich heute im oberen Teil einen Fehler gemacht", haderte sie dann doch etwas.

Mancuso gegen Österreicherinnen

Julia Mancuso indes lässt als einzige Konkurrentin der drei Österreicherinnen im sportlichen Wettkampf um die Große Kristallkugel nicht locker. "Im Ziel war ich überrascht, unten war ich nicht gut unterwegs, ich habe viele Fehler gemacht", durfte die US-Amerikanerin mit dem Ergebnis am Sonntag deshalb zufrieden sein. "Im Hinblick auf den Gesamtweltcup wird das ein tolles Finale, wir pushen uns gegenseitig", sagte das US-Girl, das ob der warmen Temperaturen in Tarvis mit einem schulterfreien Leiberl zur Pressekonferenz gekommen war.

"Schon am Start hab ich mir einen Schatten gesucht", erzählte auch Katja Wirth, die sich letztendlich mit dem 37. Platz begnügen musste. Wie viele Läuferinnen hatte auch Andrea Fischbacher den Linksschwung vor dem Ziel "ein bissl übersehen". Nach toller Zwischenzeit landete sie dann nur auf dem 14. Platz. "Es ist gut für mich, dass ich wieder weiß, dass ich schnell Skifahren kann." Sichtlich zufrieden mit ihrem vierten Rang (0,07 Sek. hinter Platz 3) in einer verpatzten Saison zeigte sich Alexandra Meissnitzer: "Schade um die paar Hundertstel, die drei anderen fahren aber derzeit mit viel Selbstvertrauen."

Wenig Glück in Tarvis hatte die dreifache Weltmeisterin Anja Pärson, die sich nach überlegener Zwischenbestzeit beim Zielsprung verschätze und das vorletzte Tor verfehlte. "Ich bin ein bisschen spät gekommen, habe Risiko genommen und bin zu weit gesprungen. Hier hat es im Gegensatz zu Aare 15 Grad plus und der Schnee ist ziemlich komisch. Ich bin sehr müde und froh, dass diese Woche vorbei ist", erklärte die Schwedin. (APA)

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    Renate Götschl machte sich in Tarvis zur besten Super G-Läuferin aller Zeiten.

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