"Adler" retteten die Ehre

4. März 2007, 10:54
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Der Nordische Direktor Anton Innauer ist für Springer-Ergebnis dankbar, Kombinierer ohne Medaille tun ihm weh

Sapporo - Bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City sowie bei den Weltmeisterschaften 2003 in Val di Fiemme waren die ÖSV-Skispringer leer ausgegangen, und die Kombinierer hatten die Medaillen geholt. Nach dem "Salto nullo" der Kombinierer holten bei den am Sonntag zu Ende gegangenen 46. Nordischen Welt-Titelkämpfen in Sapporo diesmal Thomas Morgenstern und Co. die Kastanien aus dem Feuer. Mit Gold und Bronze hielten sie die Medaillenvorgabe von ein- bis zweimal Edelmetall ein, den mannschaftlich starken Kombinierern blieben nur je zwei vierte und fünfte Plätze.

"Man hat es bei den Skispringern am Sonntag gesehen, wie eng es hergehen kann, dass man diese zweite Medaille nicht macht", meinte Toni Innauer. Es bedürfe eben eines wettkampferfahrenen, in Form befindlichen Sportlers, der am Tag X dann die Leistung auch herüberbringt. "Bei den Kombinierern hat gerade das vielleicht in den Sprungbewerben gefehlt. Dass du den besseren Sprung dann ablieferst, wenn's drauf ankommt. Das sind nur Nuancen."

Bei den ÖSV-Adlern hingegen lief es nach Wunsch. "Da müssen wir dankbar sein. Nicht immer kann die stärkste Mannschaft das auch im Medaillenspiegel vorweisen. Ich freue mich schon sehr drüber." Die Spannung sei für Sportler und Trainer manchmal unerträglich. "Dann hat man schon eine tiefe Beruhigung nachher", so der Nordische Direktor.

Für die Springer war die erste Einzel-WM-Medaille seit 2001 (ebenfalls Normalschanzen-Bronze durch Martin Höllwarth) nach Team-Gold das Tüpfelchen auf dem i. "Es ist einfach schön, dass sich noch eine Medaille ausgegangen ist", freute sich Morgenstern - der Doppel-Olympiasieger, der ein Jahr später wieder mit zweimal Edelmetall nach Hause fährt. Er trug den Hauptanteil am guten Abschneiden. "Das ist natürlich eine große Ehre. Unser Ziel war es, auch eine Einzelmedaille zu machen, das war nicht einfach. Aber wir haben gewusst: einer von uns vier wird durchmarschieren."

Dickes Lob gab es auch von seinem Cheftrainer. "Mit den körperlichen Voraussetzungen ist es ganz etwas Besonderes gewesen, was er hier bei der WM zu Stande gebracht hat", stellte Alex Pointner fest. Sein Team hatte ähnlich wie die "Kombis", die ebenfalls als Doppel-Olympiasieger und mit Weltcuperfolgen nach Japan gereist waren, doch einigen Druck. Der Unterschied? "Das ganze Radl muss halt ins Laufen kommen. Der Druck war mindestens so hoch. Skispringen steht doch sehr im Rampenlicht und die Latte liegt so hoch, dass man sie fast nicht mehr höher legen kann."

Innauer ging bei der Spurensuche mehr ins Detail. "Man muss zwar alles probieren, aber man kann trotzdem nicht alles steuern. Das war in der Kombi zu sehen." Es habe ein paar kleine Fehler gegeben. "Vielleicht haben wir bis auf den Bieler die Sprungform vom letzten Weltcup nicht ganz halten können. Es hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass wir bei der Langlauf-Ausgangsposition schon sehr unter Druck waren."

Ein Faktor sei auch das junge Trainerteam Alexander Diess und sein Co. Christoph Eugen. "Sie waren bei der WM vielleicht noch ein bisserl zu 'grün' und haben manche Dinge nicht so ausgereizt, das ist ihr gutes Recht. Sie müssen eine WM erlebt haben, damit sie merken, wo kann ich noch optimieren." Kein Grund jedenfalls an den Positionen der Neo-Trainer zu zweifeln. "Von unserer Seite und von meiner Seite aus, bekommen sie die Chance, zu lernen", erklärte der Vorarlberger.

Innauer ist also mit den zwei vierten und fünften Plätzen nicht unzufrieden? "Sie haben sich angestrengt und keine fahrlässigen Schnitzer gemacht. Natürlich tut mir das Ergebnis weh, weil ich glaube, dass unsere Kombis gut genug sind, dass sie eine Medaille verdienen." (APA)

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    Das erfolgreiche Springerteam holte die einzige Goldmedaille.

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