Matt führt ÖSV-Doppelerfolg an

9. März 2007, 09:41
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Der Tiroler siegt im Sla­lom von Kranjska Gora vor Raich und Moelgg - Raich führt nun im Gesamt-, Matt im Slalomweltcup

Kranjska Gora - Weltmeister Mario Matt und Benjamin Raich sind die großen Gewinner des Slalom-Sonntags in Kranjska Gora. Der 27-jährige Flirscher Matt feierte seinen achten Erfolg im Weltcup, den siebenten in seiner Spezialdisziplin, und führt nun im Kampf um die kleine Kristallkugel, der Pitztaler Benjamin Raich übernahm als Zweiter das Trikot des Leaders im Gesamtweltcup, der Norweger Aksel Lund Svindal, der am Sonntag das Ziel nicht sah, hat als erster Verfolger 77 Zähler Rückstand.

Matt konnte ein Schäuferl zulegen

Der zur Halbzeit führende Raich musste sich im Finale den wieder sehr stark und sicher fahrenden Matt zwar um 0,61 Sekunden geschlagen geben, holte aber einen weiteren Podestplatz. Weniger gut erging es dem nach dem ersten Durchgang drittplatzierten Finne Kalle Palander, der im Finale ausschied. Bereits in der Früh waren der Schwede Jens Byggmark und Svindal ausgefallen sowie der Deutsche Felix Neureuther, der sich bei einem Sturz die linke Schulter auskugelte. Hinter den WM-Medaillengewinnern Manfred Mölgg (ITA/+0,96) und Jean-Baptiste Grange (FRA/1,41) landete Manfred Pranger als drittbester Österreicher an fünfter Stelle (+1,69).

Matt - im Slalomweltcup nun 15 Punkte vor Raich und 75 vor Byggmark - hat das Ziel Kristallkugel vor Augen: "Natürlich fühle ich mich sehr sicher und wohl momentan. Der Slalom-Weltcup ist schon immer ein Ziel von mir gewesen, ich habe es oft durch viele Ausfälle nicht geschafft. Jetzt bin auf einem guten Weg. Im letzten Rennen versuche ich eine ähnlich gute Leistung zu zeigen und hoffe, dass es dann passt."

Raich führt im Gesamtweltcup

Nicht einfach machen will es ihm Raich, der mit dem Sieg im Riesentorlauf und dem zweiten Platz im Slalom Kranjska Gora mit 180 Punkten mehr auf dem Konto und der Führung im Gesamtweltcup verließ: "Da soll man nicht so viel herumrechnen. Svindal hat noch einige Speed-Rennen. Ich darf nicht viel überlegen, einfach das Beste geben und dann sieht man eh. Ich werde alle Rennen fahren und hoffe, dass ich in der Abfahrt und im Super G ziemlich vorne dabei bin", sagte Raich, der den Ausfall von Svindal bedauerte: "Ich habe es nicht notwendig, das Aksel ausscheidet, er ist ein guter Fahrer, dem vergönnt man, dass er durchkommt."

Zur eigenen Performance im Slalom meinte er: "Ich bin sehr zufrieden, ich habe zwei, drei Mal gezaubert. Mario ist heute schwer erreichbar gewesen. Ich habe im oberen Teil ziemlich Gas gegeben und im unteren Teil nicht mehr letztes Risiko genommen. Die Piste war zum Teil sehr ausgefahren, aber trotz der hohen Temperaturen und meiner Startnummer war es noch okay zu fahren."

Pranger und Herbst zufrieden

Zufrieden sein durfte auch der fünftplatzierte Pranger: "Ich habe ein bissl zu viel Risiko kurz vor dem Ziel genommen, aber ich bin trotzdem ganz zufrieden mit der Leistung im zweiten Lauf. Die Piste ist super, für diese Temperaturen sensationell." Reinfried Herbst, der bis Freitag noch krank im Bett lag, wurde Zwölfter und ist beim Weltcup-Finale in Lenzerheide mit dabei ("Wahnsinn!").

Mit dem Gedanken, die Saison nicht zu Ende zu fahren, spielt Rainer Schönfelder: "Die gesundheitlichen Probleme haben ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr erträglich ist. Ich hatte schon vor Beginn der Saison einen Sturz und habe mich zurückarbeitet und danach die nächste Brexn geschossen, und noch einmal und noch einmal. So macht es keinen Spaß mehr", meinte der Kärntner.

Das österreichische Herren-Skiteam bricht am Dienstag nach Norwegen auf, in Kvitfjell stehen von Freitag bis Sonntag eine Super-Kombination, ein Super G und eine Abfahrt auf dem Programm. (APA)

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    Raich gratuliert Matt und umgekehrt.

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