Doppelsieg der Norweger über 50 km

4. März 2007, 19:09
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Gold für Björn Hjelmeset vor Landsmann Frode Es­til - Geschwächter Botwinow gab in letztem WM-Rennen der Karriere auf, Tauber 30.

Sapporo - Die norwegischen "Klassiker" haben am Sonntag zum Abschluss der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo ihre Dominanz bestätigt. Odd Björn Hjelmeset und Titelverteidiger Frode Estil sorgten im 50-km-Marathon nach packendem Duell im Finish für einen Doppelsieg der Norsker, die damit bei je fünf Goldenen vor Finnland die Nummer eins der 46. Titelkämpfe waren. Martin Tauber belegte als bester Österreicher den 30. Platz (+9:39,5), Michail Botwinow gab im letzten WM-Rennen seiner Karriere, geschwächt durch eine vorangegangene Erkrankung, auf.

Endlich Gold

Für den 35-jährigen Hjelmeset, einen Spezialisten in der klassischen Technik, gab es nach zweimal Bronze (Olympia 2002, WM 2005) endlich das ersehnte WM-Gold im Königsbewerb. Er hatte in Japan zuvor schon mit der Staffel triumphiert. Auch durch einen Skiwechsel ließ sich der Hüne nicht abschütteln und setzte sich gemeinsam mit Estil auf dem letzten Kilometer aus der kleinen Spitzengruppe (mit dem späteren Dritten Jens Filbrich, Tobias Angerer/beide GER und Lukas Bauer/CZE) ab. Auf der Zielgeraden hatte Hjelmeset den längeren Atem und die kräftigeren Oberarme, er gewann mit vier Zehntelsekunden Vorsprung.

Tauber hielt sich in der ersten Hälfte stets weit vorne in der Spitzengruppe auf, verlor aber kurz vor Halbdistanz den Anschluss an die Besten. Auf den nächsten vier Kilometern büßte er fast eineinhalb Minuten ein. "Da hatte ich bergauf einen zu glatten Ski und vorne ist die Post abgegangen", sagte der 30-jährige Seefelder. Schließlich seien Krämpfe aufgetreten. "Am Schluss haben mich die Kräfte verlassen, ich habe mehrmals mit dem Gedanken gespielt, aufzugeben." Auch Jürgen Pinter kämpfte sich als 39. mit glattem Ski ins Ziel und war am Ende seiner Kräfte.

Abschied für Botwinow

Für Botwinow war aufgeben in seiner langen Karriere ein Fremdwort gewesen. Doch ausgerechnet im letzten WM-Rennen der erfolgreichen Laufbahn sah sich der 39-Jährige gezwungen, die Ski vorzeitig abzuschnallen. "Mein Ski ist immer glatter geworden, aber das hat nicht den Ausschlag gegeben. Ich bin nicht ganz fit und das spürt man in so einem Rennen besonders", erklärte der WM-Dritte von 1999 und Ex-Staffel-Weltmeister. Eine Erkältung mit Bronchitis hatte ihn geschwächt.

Botwinow empfand aber nach dem letzten WM-Einsatz (es folgt noch ein Rennen im Weltcup) keineswegs Enttäuschung. "Vor der WM hätte ich es mir anders vorgestellt, aber die Erkrankung hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber ich bin überhaupt nicht traurig, so etwas passiert eben", sagte er. "Ich bin nicht so gierig wie andere Sportler, für die es nur 'gewinnen, gewinnen' gibt. Ich bin sehr glücklich mit meiner Karriere."

"Boti" hat einen WM-Titel (Staffel), zwei Olympia-Medaillen und die prestigeträchtigen Erfolge am Holmenkollen und im Wasa-Lauf erreicht, allesamt als Österreicher (seit 1997). "Ich bin sehr glücklich und dankbar wie ich aufgenommen wurde, nicht nur im Sport", sagte der Vater eines 16-jährigen Sohnes aus erster Ehe in Russland und eines Zweijährigen in Österreich. Mit seiner neuen Familie wird er künftig viel mehr Zeit verbringen. Sein Resümee: "Für den Sport muss man viel opfern, aber man bekommt auch viel für das Leben mit." (APA)

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    Start in die 50 Kilometer.

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