Melzer verlor Finale von Las Vegas

30. März 2007, 21:59
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Österreicher unterlag Lleyton Hewitt im End­spiel mit 4:6 und 6:7, dabei vergab er vier Satzbälle

Las Vegas - Der Australier Lleyton Hewitt ist Österreichs Topspieler Jürgen Melzer auch im sechsten Duell eine Nummer zu groß gewesen. Der Niederösterreicher bezog gegen den ehemaligen Weltranglisten-Leader am Sonntag (Ortszeit) im Finale des Tennis-Turniers von Las Vegas eine 4:6,6:7(10)-Niederlage und verpasste damit seinen zweiten ATP-Turniersieg nach jenem in Bukarest im vergangenen September.

Melzer hatte in diesem Match aber seine Chancen, zumindest auf seinen zweiten Satzgewinn gegen Hewitt überhaupt. Er musste zwar gegen den Vorjahres-Finalisten gleich im Start-Game den Aufschlag abgeben, schaffte aber postwendend das Rebreak und hielt danach mit sehenswertem Spiel bis zum 4:4 gut mit. Dann aber spielte Hewitt seine Routine aus nun insgesamt 40. Endspielen aus, schaffte durch einen verpassten Melzer-Smash ein abermaliges Break und servierte zum 6:4 aus.

Break im zweiten Satz

Österreichs Nummer eins bewies freilich in Satz zwei wie schon oft in dieser Woche sein Kämpferherz und zog mit einem Break rasch auf 3:0 und 4:1 davon. In einem fehlerhaften Game Melzers gelang dem 26-jährigen Hewitt jedoch das Break zum 4:3, ehe es bis ins Tiebreak mit dem Aufschlag ging. Allerdings fand Melzer bei einer 6:5-Führung als Rückschlager seinen ersten Satzball vor, doch Hewitt wehrte ihn mit einem sicheren Smash ab.

Das Tiebreak hatte es schließlich in sich. Melzer fand bei 6:4 zwei weitere Satzbälle vor - einen bei eigenem Service. Doch sein Gegner schaffte den Gleichstand und holte sich in Folge seine ersten drei Matchbälle. Diese wehrte Melzer ebenso ab wie Hewitt den 4. Satzball des 25-jährigen Wahl-Wieners. Mit seinem 2. Doppelfehler bescherte Melzer Hewitt allerdings Matchball vier, den der zweifache Grand-Slam-Sieger nach einer Spielzeit von 101 Minuten durch einen Vorhand-Fehler Melzers verwertete.

"Es ist nett, im Finale zu sein..."

Der ÖTV-Profi war mit seinem Abschneiden trotz des Vordringens ins Finale nicht ganz zufrieden: "Es ist nett, im Finale zu sein. Aber dann will ich es auch gewinnen", meinte der Linkshänder, ehe er zum Masters-Series-Turnier in Indian Wells weiter reiste. "Ich hatte genug Chancen, zumindest in einen dritten Satz zu kommen. Manche Möglichkeiten habe ich unglücklich vergeben, manche aber auch leichtfertig."

Hewitt holte sich seinen 26. Karriere-Titel, seinen ersten seit jenem in Queens im vergangenen Juni. Der ehemalige Wimbledon- und US-Open-Sieger landete nun bereits die 10. Saison in Folge zumindest je einen Turniersieg. Schon 2000 und 2003 hatte er bei den damals noch in Scottsdale ausgetragenen "Tennis Channel Open" triumphiert, womit er nun als erst zweiter Spieler nach dem US-Amerikaner Andre Agassi bei diesem im Vorjahr in die US-Spielerstadt abgewanderten Event den 3. Titel holte.

"Es ist ein großer Sieg für mich"

"Es ist ein großer Sieg für mich", sagte Hewitt nach dem Match. "Nach den US Open hatte ich ja die gesamte Hallen-Saison auslassen müssen. Das war auch für meinen Rhythmus sehr hart." Den Titelgewinn in Las Vegas hatte er daher nicht unbedingt erwartet. "Aber in dem engen zweiten Satz habe ich hart gekämpft, ich wollte ihn nicht abgeben." Für Melzer hatte Hewitt lobende Worte: "Er hat sein bestes Tennis gespielt. Da hatte ich Glück, in zwei Sätzen zu gewinnen".

Für Melzer war es hingegen die 5. Niederlage in seinem 6. Einzel-Endspiel bzw. inklusive der mit dem Vorarlberger Julian Knowle bestrittenen Doppel die 6. Final-Niederlage auf der ATP-Tour en suite. Im Einzel unterlag er noch im Oktober in Metz, an der Seite von Knowle ebenfalls in Metz sowie auch bei der BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle, in St. Petersburg und in der vergangenen Woche in Memphis.

Mit seinem Final-Einzug fettete Melzer die heuer ansehnliche Bilanz des österreichischen Tennis dennoch weiter auf. Neben dem Turniersieg von Sybille Bammer in Pattaya haben die ÖTV-Profis nun die Finali von Stefan Koubek in Chennai und Melzer in Las Vegas sowie die Semifinal-Einzüge von Melzer in Sydney, Bammer in Hobart und Alexander Peya in Zagreb stehen.(APA/Reuters)

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    Hewitt hat den Pokal und den Schlüssel zur Stadt.

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