Historischer jüdischer Friedhof in Bayern verwüstet

4. März 2007, 16:17
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60 Grabsteine umgeworfen - Keine Schmierereien mit politischem Hintergrund entdeckt

Diespeck - Unbekannte haben auf dem jüdischen Friedhof bei Diespeck (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad-Windsheim) in Bayern eine Spur der Verwüstung angerichtet. Etwa 60, teilweise Jahrhunderte alte Grabsteine seien mutwillig umgeworfen worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Mehr als die Hälfte der Grabsteine wurde zerstört. Die Verwüstungen auf dem im 18. Jahrhundert etwas außerhalb des Ortes angelegten Friedhof wurden von einem Betreuer bei einem Kontrollgang festgestellt, teilte die Polizei weiter mit.

Zerstörungswut

Die Täter waren irgendwann seit Ende Jänner offenbar über die Friedhofsmauer geklettert. Sie ließen ihrer Zerstörungswut den Polizeiangaben zufolge auf dem gesamten Areal freien Lauf. Auch elf Gedenksteine eines Denkmals für jüdische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, wurden umgestoßen. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Da auf dem Friedhof keinerlei Schmierereien oder Kennzeichen mit politischem Hintergrund gefunden wurden, könne hinter der Verwüstung auch purer Vandalismus stecken, hieß es. (APA/dpa)

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