Haitianische Flüchtlinge erlitten Schiffbruch: Mindestens zehn Tote

5. März 2007, 15:44
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42 Personen vermisst

Santo Domingo - Beim Schiffbruch eines haitianischen Bootes sind nördlich der dominikanischen Küste mindestens zehn Flüchtlinge ums Leben gekommen, weitere 42 gelten als verschollen. Wie die Marine der Dominikanischen Republik am Freitag mitteilte, waren die Haitianer auf dem Weg zu den Turks- und Caicos-Inseln, die zu Großbritannien gehören. Überlebende berichteten, das Boot sei am Donnerstag in Brand geraten und gesunken.

Zehn Tote gefunden

Ein unter libanesischer Flagge fahrender Frachter hatte bereits am Donnerstag acht Leichen geborgen und am Freitag nach Cap Haitienne an der Nordküste von Haiti gebracht, von wo aus die Schiffbrüchigen aufgebrochen waren. Später wurden zwei weitere Leichen gefunden. Zuvor waren zwei Überlebende gerettet worden. Sie hatten laut Angaben des US-Küstenschutzes berichtet, am 25. Februar in Cap Haitienne im Norden von Haiti aufgebrochen zu sein. Aus unbekannten Gründen war das Boot in Brand geraten und untergegangen. Jeder der 54 Migranten habe umgerechnet 500 Dollar (380 Euro) für die Flucht gezahlt.

Haiti, das sich mit der Dominikanischen Republik die Insel Hispaniola teilt, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Seit Jahrzehnten wird es von Machtkämpfen und Unruhen erschüttert. Viele Menschen fliehen in die Dominikanische Republik, um dort als Tagelöhner zu überleben. Zugenommen haben auch die Fluchtversuche über das offene Meer. Seit Oktober des vergangenen Jahres sind nach Behördenangaben fast 300 Haitianer nach Turks und Caicos geflohen. (APA/dpa)

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