Sparpläne bei Deutscher Telekom drastischer als bekannt

13. März 2007, 10:10
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Weitere 25.000 Beschäftgite laut Magazin betroffen - Gewerkschaft kündigt härtere Gangart an

Die Sparpläne bei der Deutschen Telekom sollen einem Magazinbericht zufolge noch weit drastischer ausfallen als bisher bekannt. Von der Auslagerung in neue Gesellschaften könnten laut "Wirtschaftswoche" weitere 25.000 Beschäftigte betroffen sein. Telekom-Chef Rene Obermann wolle noch über die am Donnerstag verkündeten Sparmaßnahmen hinausgehen und bereite die komplette Zerschlagung der Festnetzsparte T-Com vor, schreibt das Magazin in einer Vorabmeldung vom Samstag. Die Gewerkschaft kündigte bereits erbitterten Widerstand gegen die Pläne an.

Eigenständige Gesellschaft

Angestrebt werde die Gründung einer eigenständigen Netzgesellschaft mit fast 25.000 Mitarbeitern, die derzeit bei T-Com, T-Systems und T-Mobile mit der Netzplanung und dem Netzbetrieb beschäftigt seien, so die "Wirtschaftswoche". Damit wären fast alle der knapp 85.000 Mitarbeiter von T-Com in neue Gesellschaften ausgelagert; sie müssten mit geringeren Einkommen und längeren Arbeitszeiten rechnen, schreibt das Magazin. Obermann hatte angekündigt, dass rund 50.000 Mitarbeiter in Servicegesellschaften wechseln sollen.

Spekulation

Ein Telekom-Sprecher bezeichnete den Bericht am Samstag auf AP-Anfrage als Spekulation, zu der der Konzern keine Stellung nehmen wolle. Obermann will die Telekom neben der Kostenreduzierung mit der Gründung einer eigenen Billigmarke, einem strikten Sparprogramm und Zukäufen im Ausland wieder auf Kurs bringen. Der Konzern verzeichnete für das Jahr 2006 einen Gewinnrückgang um 43,4 Prozent.

Gewerkschaft

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, warf dem Vorstand am Samstag bei einer Gewerkschaftskonferenz vor, mit seinen Plänen auf "Armutslöhne" zuzusteuern. Ver.di-Bundesvorstand und Telekom-Aufsichtsratsmitglied Lothar Schröder kündigte eine härtere Gangart an: "Wir werden alle Mittel der Tarifpolitik bemühen, um in diesem Konflikt weiterzukommen, und kein vernünftiger Tarifpolitiker schließt das Mittel des Streiks aus", sagte Schröder dem Hamburger Magazin "Der Spiegel". Die geplante Ausgliederung entbehre jeder Grundlage. "Die neue Gesellschaft wird den Service bei der Telekom nicht verbessern", sagte Schröder dem Magazin. Der Service sei deshalb so schlecht, weil in der Vergangenheit schon tausende Menschen aus diesem Bereich abgezogen worden sein.(APA/AP/dpa)

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