Teheran erhielt nach eigenen Angaben US-Gesprächsangebot zu Irak

5. März 2007, 10:01
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Ahmadinejad trifft saudi-arabischen König Abdullah

Teheran/Riad - Die USA haben Teheran laut iranischen Angaben Gespräche über die Sicherheitslage im Irak angeboten. "Die Amerikaner haben den Iran über verschiedene Kanäle kontaktiert und um Gespräche über irakische Angelegenheiten, insbesondere über die Sicherheit des Landes, gebeten", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammed Ali Hosseini, am Samstag dem staatlichen Fernsehen. Der US-Vorschlag werde derzeit geprüft.

Treffen in Saudi-Arabien

Die Sicherheitslage im Irak sollte auch beim Besuch von Präsident Mahmud Ahmadinejad beim saudi-arabischen König Abdullah zur Sprache kommen, zu dem der iranische Präsident am Samstag in Riad eintraf. Weitere Themen sollten die politische Krise im Libanon sowie Teherans umstrittenes Atomprogramm sein. Ahmadinejad hatte Saudi-Arabien vor seinem Abflug zur bilateralen Zusammenarbeit in der Region aufgerufen.

Die USA, die vor 27 Jahren ihre diplomatischen Beziehungen mit Teheran abgebrochen haben, lehnen bisher direkte Gespräche mit der iranischen Regierung ab. Anfang der Woche hatte sich Washington allerdings dazu bereit erklärt, gemeinsam mit dem Iran an einer für den 10. März in Bagdad geplanten Konferenz über die Lage im Irak teilzunehmen. Jeder direkte Kontakt zum Iran und zu Syrien im Rahmen der Sicherheitskonferenz wird aber weiter ausgeschlossen. Der Chef des iranischen Sicherheitsrats, Ali Larijani, hatte vergangene Woche eine Teilnahme seines Landes in Aussicht gestellt. Die USA werfen Teheran vor, schiitischen Extremisten im Irak unter anderem Waffen zu liefern.

Ausbau der Beziehungen

"Der Iran und Saudi-Arabien sind zwei großartige Staaten, die bereit sind, ihre bilateralen Beziehungen auf der Basis gegenseitigen Respekts zu stärken und auszubauen", erklärte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad vor Beginn seiner Reise nach Saudi-Arabien. Beobachter in der Region messen dem Treffen aus zwei Gründen besondere Bedeutung zu: Erstens zählt das Islamische Königreich Saudi-Arabien zu den engsten Verbündeten der USA in der Region. Zweitens haben die schiitische Führung des Iran und das von strenggläubigen Sunniten dominierte Herrscherhaus von Saudi-Arabien im Irak-Konflikt und in der libanesischen Regierungskrise gegensätzliche Positionen bezogen.

Teheran unterstützt die schiitischen Regierungsparteien in Bagdad und die Hisbollah im Libanon. Saudi-Arabien versucht vor allem, die Interessen der sunnitischen Minderheit im Irak zu verteidigen und die libanesische Regierung unter dem sunnitischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora zu stützen. Nach Angaben aus Riad wollen Ahmadinejad und König Abdullah auch diese schwierigen Themen behandeln.(APA/AFP/dpa)

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