Indonesien: Mehr als 70 Menschen bei Erdrutschen verschüttet

5. März 2007, 16:21
posten

32 Leichen bisher geborgen - 270 Menschen in Sicherheit gebracht

Jakarta - Verheerende Erdrutsche haben auf der indonesischen Insel Flores mehr als 70 Menschen im Schlaf überrascht und unter Schlammlawinen begraben. 32 Leichen wurden bis Sonntag geborgen, mindestens 39 Menschen wurden noch vermisst, sagte der Regierungschef der betroffenen Provinz Manggarai, Christian Rotok.

Auf der Suche nach Überlebenden verloren die Helfer wegen anhaltend schlechtem Wetter und mangels schwerem Gerät den Wettlauf gegen die Zeit. Auch am Sonntag prasselte der Regen weiter ohne Unterlass, zahlreiche Zufahrtstraßen waren von Erdmassen verschüttet. Den Einwohnern fehlten dringend nötige Maschinen, um die Gerölllawinen abzutragen. Die meisten hatten nur Gartengeräte und Brechstangen. "Wir brauchen dringend schweres Gerät, um die Straßen zu räumen", sagte Rotok. 270 Menschen seien aus gefährdeten Häusern in Sicherheit gebracht worden, berichtete der Direktor des Gesundheitsamtes von Manggarai, Stevanus, dem Radiosender Elshinta.

15 Dörfer verschüttet

Nach tagelangen heftigen Regenfällen waren am frühen Samstag bis zu 15 Dörfer auf der Insel rund 1.500 Kilometer östlich von Jakarta verschüttet worden. Dutzende Häuser versanken im Schlamm, während die meisten Einwohner noch schliefen. Auf der Insel waren es die schlimmsten Erdrutsche seit mehreren Jahren. Allerdings hat die Regenzeit Indonesien in diesem Jahr in anderen Landesteilen bereits besonders schwer zugesetzt.

Vor Weihnachten setzten auf der Insel Sumatra schwere Überschwemmungen weite Landstriche unter Wasser. Mehr als 100 Menschen ertranken. Nach Weihnachten traten in der Umgebung der Hauptstadt Jakarta zwei Flüsse über die Ufer und lösten verheerende Überschwemmungen aus. Mindestens 90 Menschen kamen dort ums Leben, 400.000 wurden obdachlos. (APA/dpa)

Share if you care.