Abfahrtskristall für Renate Götschl

9. März 2007, 14:20
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Platz zwei in Tarvis hinter US-Amerikanerin Mancuso genügt für fünften Sieg des Ab­fahrts­weltcups - Görgl hinter Brydon Vierte

Tarvis - Der zweite Platz in der Abfahrt in Tarvis hat Renate Götschl zum vorzeitigen Gewinn ihrer insgesamt fünften Abfahrt-Kristallkugel gereicht. Die Steirerin musste sich lediglich ihrer schärfsten Konkurrentin Julia Mancuso (USA) um 0,17 Sekunden geschlagen geben. Mit dem siebenten Rang verteidigte Marlies Schild ihre Führung im Gesamt-Weltcup knapp. Schon wie in der Super-Kombination am Tag zuvor war das Rennen von mehreren zum Teil schweren Stürzen überschattet.

"Ich habe gewusst, dass Mancuso schnell sein wird, ich wollte die Kugel aber unbedingt heimholen", meinte die überglückliche Götschl, die mit dem Gewinn der fünften Abfahrts-Kristallkugel zum Rekord von "Kaiser" Franz Klammer aufgeschlossen hat. "Das hat eine große Bedeutung für mich, Franz Klammer ist eine Legende", freute sich die Speed-Queen.

Klammer: "Sie hat es sich verdient"

Dass sie mit der Ski-Legende aus Kärnten diesbezüglich eine Wette laufen habe, ist längst bekannt. "Da wird aber nix verraten, Details müssen wir noch beraten", gab sich die 31-Jährige kryptisch. "Renate ist nur zu gratulieren, sie hat es sich verdient", meinte Klammer, der sich bezüglich des Wetteinsatzes ebenfalls bedeckt gab. "Ich werde Renate jedenfalls nach Bad Kleinkirchheim einladen", verriet der Ski-Kaiser aber.

Physiotherapie bei Claudia Schiestl und Arbeit mit "Qi Gong"-Spezialist Werner Tauermann hatten Götschl nach einem bösen Trainingssturz und dem Verzicht auf die Superkombi für Samstag fit gemacht. "Nach meinem Sturz habe ich Schmerzen in beiden Knien, den Start hätte mir aber niemand ausreden können", erläuterte sie nach ihrem einzigartigen Kraftakt. Auch die restlichen Rennen dieser Saison will Götschl trotz des Verdachts auf Verletzungen des Meniskus und des Knorpels bestreiten. "Ich hätte auch weiterhin vor, noch ein Jahr zu fahren", kündigte sie an.

Schild mit ramponiertem Helm

"Es wäre mehr drinnen gewesen, ich ärgere mich über die letzte Linkskurve", meinte hingegen Mannschaftskollegin Schild. Die Weltcupführende steuerte ein Tor zu direkt an und fädelte mit dem rechten Arm ein. "Das wird ein bissl blau werden", prophezeite Schild, die einen ramponierten Helm herzeigte. "Dafür haben wir ja Helme auf." Daniela Merighetti (ITA) hatte kurz zuvor das selbe Tor gerammt und war gestürzt.

Trotzdem war Schild auf ihre Leistung stolz, immerhin bedeutete Rang sieben ihre beste Platzierung in einer Weltcup-Abfahrt: "Das war ein ganz schweres Rennen, ich habe nur die blauen Linien gesehen". Das flache Licht machte etlichen Läuferinnen zu schaffen. "Es ist so unterschiedlich und man sieht nix", beklagte etwa Nicole Hosp, die letztendlich auf dem 17. Platz landete. Ein bisschen Ärger machte sich auch bei Elisabeth Görgl breit, die mit dem vierten Platz haderte. "Bei einer dreifach Rechtskurve im oberen Teil habe ich leider zu viel Zeit verloren", so die Steirerin.

Hochspannung im Gesamtweltcup

Im Gesamtweltcup führt die Salzburgerin Schild vor dem Super G am Sonntag (10:45 Uhr) mit nur noch neun Punkten vor Mancuso. Hosp rutschte auf Rang drei zurück und hat nun 45 Punkte Rückstand auf die Führende Schild, Götschl liegt weitere vier Punkte dahinter in Lauerstellung. "Ich rechne mir da nicht wirklich Chancen aus, aber ich werde versuchen, die anderen noch ein bisschen zu ärgern", sagte die Team-Weltmeisterin aus der Steiermark.

Nach einem schweren Sturz der mit Startnummer zwei ins Rennen gegangenen Schweizerin Tamara Wolf war das Rennen für rund 25 Minuten unterbrochen worden. Die Läuferin wurde bei einer der vielen Wellen ausgehoben und schlug mit Kopf und Rücken hart auf der Piste auf. Wolf, die kurz das Bewusstsein verlor, wurde per Hubschrauber geborgen und ins Krankenhaus nach Udine geflogen. Laut ersten Meldungen soll sie mit Gehinerschütterung und einen Innenbandeinriss davongekommen sein.

Bereits am Mittwoch hatte sich Wolfs Freundin, die Schweizer Läuferin Dominique Gisin, bei einem Trainingssturz neben Prellungen einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen. Am Freitag waren in der Abfahrt der Super-Kombination bei Stürzen die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Anna Fenninger verletzt worden. (APA)

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    Abfahrts-Weltcupsiegerin Götschl mit Tagessiegerin Mancuso (re).

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    Julia Mancuso bringt Farbe in die dunklen Gestalten.

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