Aktionäre von Portugal Telecom lehnen Übernahme ab

13. März 2007, 10:10
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Pläne von Wettbewerber Sonaecom durchkreuzt

Die Aktionäre von Portugal Telecom (PT) haben eine Änderung der Firmenstatuten und damit ein milliardenschweres Übernahmeangebot des Wettbewerbers Sonaecom abgelehnt. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend von einem Aktionär. Damit durchkreuzten die PT-Aktionäre Sonaecoms Plan für die größte Übernahme in der Geschichte Portugals.

Außerordentliche Sitzung

Bei der außerordentlichen Sitzung hätten mindestens zwei Drittel der anwesenden Aktionäre für eine Aufhebung der bisherigen Stimmrechtsbeschränkung von maximal zehn Prozent votieren müssen, damit das feindliche Übernahmeangebot gültig geblieben wäre.

Übernahme

Sonaecom will seinen Konkurrenten für 11,8 Milliarden Euro übernehmen, stößt aber seit längerem auf Widerstand im PT-Verwaltungsrat. Das Unternehmen hatte sich bis zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass sich die PT-Aktionäre für das Übernahmeangebot entscheiden würden. Dafür stockte Sonaecom seine Offerte sogar auf: Die jüngst in das Angebot eingebauten Sonderzahlungen von 5,7 Milliarden Euro wurden von Beobachtern als Versuch gesehen, in letzter Minute den Aktionären das Angebot doch noch schmackhaft zu machen.

Bei dem außerordentlichen PT-Treffen am Freitag waren gut zwei Drittel der Aktionäre anwesend - so viele wie selten zuvor bei einer PT-Versammlung. Damit mussten mindestens 22 Prozent gegen die Rahmenbedingungen der Offerte stimmen. Analysten hielten dieses Szenario im Vorfeld nicht für unwahrscheinlich, da eine Gruppe um die übernahmekritische Banco Espirito Santo zuletzt etwa 20 Prozent der Aktionäre gegen das Vorhaben mobilisiert hatte.(APA/Reuters)

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