Raich nach RTL-Sieg an Svindal dran

9. März 2007, 09:40
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Tiroler gewinnt in Kranjska Gora deutlich und liegt im Gesamtweltcup nur noch drei Punkte hinter dem Norweger

Kranjska Gora - Weltcup-Titelverteidiger Benjamin Raich ist acht Rennen vor Schluss wieder voll im Rennen um die große Kristallkugel. Der Tiroler gewann am Samstag einmal mehr den Riesentorlauf in Kranjska Gora und rückte dem in der Gesamtwertung führenden Weltmeister Aksel Lund Svindal bis auf drei Punkte nahe. Raich übernahm zudem die Führung im RTL-Weltcup. Österreichs Herren gelang nach dem WM-Debakel mit einem starken Mannschaftergebnis ein wahrer Befreiungsschlag.

Vierter Saisonsieg

Raich legte drei Tage nach seinem 29. Geburtstag die Basis zu seinem vierten Saisonsieg mit Bestzeit im ersten Lauf. Im Finale genügte dem Pitztaler auf einer zwar ruppigen, aber von den Veranstaltern angesichts der hohen Temperaturen bemerkenswert guten Piste die 15. Laufzeit zum Sieg mit 0,55 Sek. Vorsprung auf den Kanadier Francois Bourque. Im Hundertstelkrimi dahinter belegte Svindal Platz vier.

Mit seinem insgesamt 27. Sieg überholte Raich seinen Landsmann Franz Klammer in der ewigen Bestenliste. Die Kärntner Skilegende wurde damit im Dreiländereck innerhalb einer Stunde gleich zweifach "überrundet". Zuvor hatte Renate Götschl in Tarvis mit ihrem fünften Abfahrts-Kugel Klammers Bestmarke egalisiert.

Lieblingshang

Der Podkoren hinter dem Wurzenpass, wo Anfang Jänner schon Raichs Landsfrau Nicole Hosp triumphiert hatte, gehört seit Jahren zu Raichs Lieblingshängen. Zum drittenmal in Folge gewann er am Samstag den Riesentorlauf, sein insgesamt vierter Sieg dort brachte ihn endgültig wieder auf Tuchfühlung mit Svindal.

Und im Slalom am Sonntag ist Raich eindeutig über den Norweger zu stellen. Er kann erstmals seit Lake Louise Ende November wieder die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Svindal gestand: "Benni war heute nicht zu schlagen. Aber ich habe ja immer gesagt, dass er der Weltcup-Favorit ist!"

Trainerrat: "Schnell und sicher"

Raich befolgte in Slowenien exakt die Vorgabe der Trainer, die zu "schnell und sicher" geraten hatten. "Ich habe gar nicht mitgekriegt, wie knapp es hergeht", gestand der Tiroler später. Er sei durchaus etwas nervös gewesen. "Aber nicht wegen der Weltcup-Kugel, sondern wegen der Spannung. Aber es war gut, dass die Piste gar nicht so schlecht war, wie alle befürchtet haben."

Dass er nun wieder voll im Rennen um die große Kristallkugel ist, versucht Raich vorerst auszublenden. "Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Am besten ist, nicht viel denken vorher. Es sind noch 800 Punkte zu holen. Ich werde probieren, nicht daran, sondern von Rennen zu Rennen denken." Sein Motto für den Slalom: "Voll angasen! Der Slalom wird schwierig, es mischen unheimlich viele vorne mit."

Auch wenn sich nichts daran geändert hat, dass außer Raich derzeit kein Österreicher im Riesentorlauf gewinnen kann, bestand die Mannschaft nach der WM-Pleite die Weltcup-Nagelprobe hervorragend.

Starkes ÖSV-Team

Während die in Schweden so beeindruckenden Schweizer einen Massenausfall erlebten, sorgten vor den Augen des am Knie operierten Cheftrainers Toni Giger Hannes Reichelt (7.), Christoph Gruber (8.), Mario Scheiber (9.), Mario Matt (11.) und Matthias Lanzinger (12.) für ein tolles Mannschaftsergebnis. "Mich hat es bisher so gefuchst, das sich mit einem Top-Ten-Platz überglücklich bin", sagte Reichelt stellvertretend. (APA/red)

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    Benjamin Raich zog an Franz Klammer vorbei.

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    Die Top-Drei von Kranjska Gora (v.li): Blardone (3.), Raich und Bourque (2.)

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