Risiko und Reichweite

15. März 2007, 21:15
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Ein Problem, dem wir bei neuen Antriebstechnologien immer wieder begegnen, ist die mangelnde Reichweite

Fossile Kraftstoffe haben eine dermaßen hohe Energiedichte, dass es für Alternativen ziemlich schwer ist, auch nur in die Nähe der Reichweite von Benzin oder Diesel zu kommen. Von Dieselautos mit großem Tank sind wir aber ungefähr 800 Kilometer gewöhnt, von Benzinern mit kleinem Tank sind es immerhin noch rund 400 km.

Mit Erdgas kommt man schon nicht mehr so weit, und mit Elektroautos ist der Aktionsradius noch einmal viel kleiner (etwa 100 km im günstigsten Fall). Und das ist die Hauptursache, warum sich das Elektroauto nicht einmal in Randbereichen wirklich durchsetzt, obwohl es im Fahrgefühl durchaus sehr attraktiv wäre.

Risikopotenzial

Das Problem mit der Reichweite schwebt aber auch über dem Wasserstoffauto. Trotz aufwändigster Tank-Technologie kann BMW bei seinem Hydrogen 7 nicht mehr als 200 km versprechen. Und der Praxiswert liegt noch einmal deutlich darunter. Bei unserem Praxistest mussten wir schon nach 126 km auf Benzin umschalten. Etwas günstiger fiele das Ergebnis durchaus aus, wenn der Wagen keine leistungsstarke schwergewichtige Luxuslimousine wäre, sondern ein schlanker Kompaktwagen.

Heikel ist das Risikopotenzial des Wasserstoffs. Er brennt sehr leicht, schnell und heiß, und die Flamme ist unsichtbar. Der Wasserstoff-Zeppelin Hindenburg war ja ein warnendes Beispiel. Hier war es allerdings nicht der Kraftstoff, der Feuer fing, sondern die Ballons, die für den Auftrieb sorgten. Seither verwendet man in der Luftfahrt (es gibt noch immer Zeppeline) Helium statt Wasserstoff.

Keine größere Gefahr

Da Wasserstoff extrem leicht ist, schießt die Flamme senkrecht in die Höhe. Insgesamt sieht die Industrie aber im Wasserstoff als Treibstoff keine größere Gefahr als die, welche von fossilen Kraftstoffen ausgeht. (rs, AUTOMOBIL, 2.3.2007)

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Rudolf Skarics

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