Villepin: Angriff würde ganze Region destabilisieren

6. März 2007, 17:37
6 Postings

"Teheran muss Urananreicherung aussetzen und an Verhandlungstisch zurückkehren"

Paris - Der französische Ministerpräsident Dominique de Villepin hat im Atomstreit mit dem Iran vor einem Angriff auf die Islamische Republik gewarnt. Für sein Land sei ein militärisches Eingreifen keine Lösung, sagte der Politiker in einem Interview der in London ansässigen arabischen Zeitung "Al-Hayat".

Ein Angriff hätte "unvorhersehbare Konsequenzen" und könnte die ganze Region destabilisieren. Die Führung in Teheran müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren und der internationalen Forderung nach einer Aussetzung ihrer Urananreicherung nachkommen. Dann sei der UN-Sicherheitsrat auch bereit, die Sanktionen gegen den Iran zu beenden.

Um den Iran zu einem Stopp seiner umstrittenen Aktivitäten zu zwingen, hatte der Sicherheitsrat im Dezember Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt. Da inzwischen eine weitere Frist der Staatengemeinschaft verstrichen ist, ohne dass sich die Islamische Republik bewegt hat, steht eine Verlängerung oder sogar Ausweitung der Sanktionen an. Darüber beraten die fünf Vetomächte derzeit zusammen mit Deutschland. US-Vizepräsident Dick Cheney hatte zuletzt bekräftigt, für die Vereinigten Staaten sei die militärische Option nicht vom Tisch. Das iranische Außenministerium entgegnete darauf, das Land sei auf einen Krieg vorbereitet. (red/APA/Reuters)

Share if you care.