Betis-Stadion drei Spiele gesperrt

10. März 2007, 11:17
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Nach Ausschreitungen im Cup-Derby gegen FC Sevilla - Abgebrochenes Spiel wird vor leeren Rängen beendet - Klub will berufen

Sevilla - Betis Sevilla ist nach den Ausschreitungen im Cup-Derby gegen den FC Sevilla von spanischen Fußball-Verband am Freitag mit einer Stadionsperre von drei Spielen bestraft worden. Das nach einem Flaschenwurf gegen FC-Trainer Juande Ramos am vergangenen Mittwoch beim Stand von 0:1 gegen Betis in der 57. Minute abgebrochene Viertelfinal-Rückspiel soll hinter verschlossenen Türen am 20. März in Getafe fertig gespielt werden. Ab welchem Zeitpunkt die Sperre eintritt, wurde vom Verband noch nicht bekannt gegeben.

Ramos war kurz nach dem Führungstreffer seiner Mannschaft durch Frederic Kanoute von einer mit Wasser und Eis gefüllten Zwei-Liter-Plastikflasche auf dem Hinterkopf getroffen worden. Erst nach mehreren Minuten war Ramos wieder bei Bewusstsein.

Ebenfalls untersucht soll werden, inwiefern die Klub-Präsidenten im Vorfeld des Prestigeduells die Stimmung unnötig angeheizt haben. "Die Aussagen und das Verhalten der Präsidenten und Klub-Verantwortlichen haben zur aufgeheizten Stimmung zwischen den Fangruppen beigetragen", kritisierte die Anti-Gewalt-Kommission in einem Statement. Das andalusische Derby gilt seit vielen Jahren als Garant für Ausschreitungen.

"Politische Entscheidung"

Betis kündigte an, gegen Sperre Berufung einzulegen und möglicherweise auch vor Gericht zu gehen. "Wir hatten gehofft, dass wir nicht als Sündenböcke behandelt würden. Das ist eine politische Entscheidung, keine rechtmäßige", wurde ein juristischer Sprecher des Klubs am Samstag in den spanischen Medien zitiert.

Betis orientiere sich bei der Vorgehensweise gegen die Stadionsperre am Liga-Spitzenreiter FC Barcelona, der 2002 nach Ausschreitungen im Stadion Camp Nou beim Spiel gegen Real Madrid die zunächst vom RFEF verhängte Sperre vor Gericht zu verhindern wusste. Damals hat der Verband seine Bestimmungen bei Ausschreitungen - in diesem Fall war der ehemalige Barcelona-Spieler Luis Figo Ziel von Geschossen - dahingehend geändert, dass anstatt von Stadionsperren Geldstrafen verhängt werden. (APA/Reuters)

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