Deutscher Einzelhandel bricht ein

27. März 2007, 12:49
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Erhöhung der Mehrwertsteuer belastet Jänner-Geschäft stark

Berlin - Der deutsche Einzelhandel leidet schwer an der am 1. Jänner in Kraft getretenen Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz von Dezember 2006 auf Jänner 2007 um 4,5 Prozent - so stark wie seit neuneinhalb Jahren nicht. Inflationsbereinigt lag das Minus sogar bei 5,1 Prozent. "Das ist genau die Mehrwertsteuer-Delle, die wir befürchtet haben", sagt Hubertus Pellengahr, der Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Einzelhändler (HDE) und spricht von einem "schmerzhaften Umsatzrückgang".

Dabei hatten sich die deutschen Einzelhändler zum Jahresbeginn allerhand Rabatt-Aktionen einfallen lassen, um die verunsicherten Kunden in Kauflaune zu halten. Zugleich hatten viele Geschäfte die Möglichkeit der nun geltenden längeren Ladenschlusszeiten genützt. Gelohnt hat sich das allerdings nicht überall. Während Läden mit Baubedarf, Haushaltsgeräten und Möbeln dank der Preisnachlässe ein Umsatzplus von 3,3 Prozent verzeichnen konnten, vermieste die höhere Mehrwertsteuer vor allem Kaufhäusern in den Innenstädten den Jahresauftakt. Auch der Versandhandel sowie Anbieter von Tabak, Lebensmittel und Getränken litten.

Trotz des schwierigen Starts hält der HDE an seiner Prognose fest, dass der Umsatz im laufenden Jahr um 0,5 bis ein Prozent steigen werde. Diese Hoffnung wird nicht nur durch die positive Konjunkturentwicklung in Deutschland begründet, sondern auch mit den zu erwartenden Lohnabschlüssen des Frühjahres. Die Gewerkschaften, allen voran die IG-Metall, haben nach Jahren der Zurückhaltung das Ende der Bescheidenheit angekündigt. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4.3.2007)

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