Good News from Africa

9. März 2007, 16:37
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Die WHO sagt dem Gelbfieber in Afrika den Kampf an: Eine riesige Impfkampagne in Togo war ein erster Erfolg

Genf - Die Gefahr kann im Dschungel lauern oder in einer alten Konservendose, in ausgedehnten Sümpfen oder in Regenpfützen. Überall dort, wo Stechmücken, vornehmlich der Gattung Aedes, ihre Eier ablegen können, herrscht potenzielle Seuchengefahr. Die Insekten dienen dem Gelbfieber-Virus als Überträger. Menschen werden beim Blutsaugen infiziert, oft mit tödlichen Folgen.

Durch großflächige Impfkampagnen gelang es im Laufe des 20. Jahrhunderts, die Seuche in vielen Gebieten zurückzudrängen. Nachlassende Gesundheitsvorsorge im chronisch krisengeschüttelten Afrika hat jedoch seit 1980 eine Trendwende verursacht.

Heutzutage sind mehr als 500 Millionen Menschen von Gelbfieber bedroht, vor allem in Westafrika. 30.000 Menschen sterben daran jährlich, wird geschätzt. Aufgrund der schwer von anderen Krankheiten zu unterscheidenden Symptome ist eine hohe Dunkelziffer allerdings wahrscheinlich.

Akute Epidemie-Gefahr

Mitte Dezember vergangenen Jahres wurden aus dem Norden Togos gleichzeitig drei Fälle von Gelbfieber gemeldet, zum ersten Mal seit 20 Jahren in dieser Region. Es herrschte akute Epidemie-Gefahr. Die WHO reagierte prompt und startete zusammen mit dem togolesischen Gesundheitsministerium und dem Roten Kreuz eine Blitzkampagne. Mehr als 1,5 Millionen Impfdosen aus den Notvorräten der Globalen Allianz für Vakzine und Immunisierung (GAVI) wurden eingeflogen, tausende Freiwillige vor Ort mobilisiert und ein riesiger Logistik- und Koordinationsapparat organisiert. Die Impfkampagne begann am 12. Februar. Bis dahin waren noch zwei weitere Fälle gemeldet worden.

Innerhalb von zwei Wochen gelang es, praktisch sämtliche Einwohner Nordtogos gegen Gelbfieber zu impfen. "Wir sind zufrieden", erklärt WHO-Vertreter Tim Nguyn gegenüber dem Standard bescheiden. Tatsächlich war das eine einzigartige Leistung in einer Savannenregion mit weit verstreut liegenden Siedlungen und einer unterentwickelten Infrastruktur. Lediglich Säuglinge im Alter von unter neun Monaten mussten auf den Schutz verzichten, weil der Impfstoff bei ihnen schnell gefährliche Nebenwirkungen auslösen kann.

Die Kampagne war die erste Aktion im Rahmen der neu gestarteten "Gelbfieber-Initiative" der WHO. Sie zielt darauf, in den kommenden vier Jahren mindestens 48 Millionen Menschen gegen die Seuche zu impfen. (Kurt de Swaaf/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4. 3. 2007)

  • Ein kleiner Schmerz, der vor großem Übel bewahrt: In Togo drohte eine verheerende Gelbfieber-Epidemie. 1,5 Millionen Impfungen stoppten die tödliche Gefahr.
    foto: who/olivier asselin

    Ein kleiner Schmerz, der vor großem Übel bewahrt: In Togo drohte eine verheerende Gelbfieber-Epidemie. 1,5 Millionen Impfungen stoppten die tödliche Gefahr.

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