Opposition wirft Erdogan "Arabisierung" des Landes vor

10. März 2007, 21:20
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Erdogan preist Veränderungen durch AKP-Regierung - Umfragen sehen Rechtsnationalisten im Aufwind

Ankara/Wien - Der türkische Oppositionsführer Deniz Baykal, Chef der streng laizistischen Republikanischen Volkspartei (CHP), hat der islamisch orientierten Regierung in Ankara vorgeworfen, das Land "arabisieren" zu wollen. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi diese Woche unter Berufung auf die Zeitung "Cumhuriyet" berichtete, kommentierte Baykal eine Erklärung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei einer Fraktionssitzung der regierenden AKP.

Erdogan sagte vor den Abgeordneten seiner Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP), unter seiner Regierung habe sich die Türkei verändert. Er warf der Opposition vor, sich nicht an diese Veränderung gewöhnen zu wollen. Baykal konterte vor Parlamentariern der CHP, der größten Oppositionspartei des Landes: "Die Veränderungen, die sie (die AKP), der Türkei gebracht haben, ist ein Versuch der Arabisierung des Landes."

Die laizistischen Kräfte in der Türkei werfen der AKP vor, mit ihrem Reformprogramm im Zuge der Annäherung an die EU mehr Freiheiten und mehr Einfluss für die muslimische Gemeinschaft erreichen zu wollen. In der von Mustafa Kemal Atatürk gegründeten Republik unterliegt die Religionsausübung strenger Kontrolle.

Unterdessen berichtete der Türkei-Korrespondent des US-Nachrichtenmagazins "Time", dass in Umfragen die rechtsnationale Nationale Aktionspartei (MHP) stark zugelegt hat. Für sie sprachen sich 14,1 Prozent aus. Bei den letzten Wahlen 2003 hatte die MHP 8,4 Prozent erhalten und damit die Zehn-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament verpasst. Erdogans AKP dagegen sank in der Wählergunst von 33 auf 26 Prozent.(APA)

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