Medizinerin mit Kind und Kegel

7. März 2007, 09:10
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Frauen an der Medizi­nischen Univer­sität Wien soll mit einer eigenen Planungs­werkstatt Mut zur Karriere gemacht werden

Seit Anfang Februar bietet die Stabsstelle Gender Mainstreaming kostenlose Beratung unter dem Titel "Planungswerkstatt K3 – Karriere, Kinder, Klinik" an.

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Seit Anfang Februar dieses Jahres wird die kostenlose Beratung "Planungswerkstatt K3 – Karriere, Kinder, Klinik" für Frauen an der Medizinischen Universität Wien (MUW) angeboten – "und gut angenommen", sagt Angelika Hoffer von der Stabsstelle Gender Mainstreaming. Das Angebot richte sich an alle Frauen an der MUW, die den Spannungsbogen rund um Karriere und Kinder aktiv planen wollen – sei es, um die Zeit von Mutterschutz und/oder Karenz zu organisieren und am Arbeitsplatz vorzubereiten, oder um den Wiedereinstieg zu planen oder aber auch, um Strategien zur Vereinbarkeit vom Leben mit Kindern und der individuellen Karrierelaufbahn zu entwickeln. Die Planung sowie Umsetzung der persönlichen Karrieremodelle werde unterstützt und begleitet, notwen_dige Informationen und Know-how an die Frau der MUW gebracht, heißt es seitens der Stabsstelle Gender Mainstreaming.

Grundsätzlich stehe die Med-Uni – einmal abgesehen vom grundsätzlichen Bedarf, Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarung von Beruf und Familie zu setzen – vor einer besonderen Situation: Als Universitätsklinik habe man den Auftrag, Klinik, Forschung und Lehre miteinander zu verbinden. Dies wiederum heiße, dass viele verschiedene Aufgabenbereiche sowohl von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen als auch im Speziellen von Klinikerinnen gleichzeitig zu leisten seien.

Kollisionen im Alltag

Häufig ergeben sich Kollisionen zwischen Facharztausbildung und wissenschaftlicher Karriere. Ein Problem, mit dem vornehmlich unter 35-Jährige konfrontiert seien. Bis zur Erlangung des Facharzttitels – im Durchschnitt sind das sechs bis acht Jahre – stehe die Patientenversorgung im Vordergrund. Entsprechend könne Forschung und die Umsetzung von Forschungsprojekten nur außerhalb der klinischen Dienstzeiten erfolgen. Besonders Frauen seien von dieser Doppelbelastung betroffen, da sie neben dem Beruf in der Familie oft allein für die Kinderbetreuung verantwortlich seien.

Des Weiteren sei man auch an der MUW bemüht, den seit zehn Jahren – trotz Absolventinnenanteil zwischen 50 und 60 Prozent – kontinuierlich sinkenden Frauenanteil unter den Wissenschaftern wieder in die Höhe zu bringen. Nach wie vor sei bei gleicher Ausgangsqualifikation der Anteil von Frauen auf Drittmittelstellen höher als jener der Männer. Dieses Verhältnis kehre sich bei den ärztlichen Ausbildungsstellen um. Zwar gebe es mit heute 46 Prozent mehr Assistentinnen, der Dozentinnenanteil sei aber mit 23,3 Prozent (2004: 21 Prozent) nach wie vor niedrig. Dem allen wolle man mit adäquater Beratung entgegensteuern – und gibt sich zuversichtlich. (Heidi Aichinger, Der Standard, Printausgabe, 03./04.03.2007)

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meduniwien
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    Eine Frage der Planung

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