Von der "Z" zur Nummer eins in Österreich

23. Juli 2000, 00:59

Die Bank Austria ist fusionserprobt

Wien - Die 1905 als Gemeindesparkasse gegründete und durch die Fusionen mit Länderbank (1991) und Creditanstalt (1997) zur größten Bank Österreichs avancierte Bank Austria erhält nun ihren lang gesuchten finanzkräftigen ausländischen Partner. Auf Grund des Streubesitzanteils von rund 55 Prozent hatte die Bank immer wieder als Übernahmekandidat gegolten.

Wurzeln

Die Wurzeln der Bank Austria zeigen sich auch in ihrer jetzigen Aktionärsstruktur: Die Gemeinde Wien-nahe Anteilsverwaltung Zentralsparkasse (AVZ) - Vorsitzender des Sparkassenrates ist der Wiener Bürgermeister - ist bis zum HypoVereinsbank-Einstieg nach wie vor der größte Einzelaktionär mit einem Anteil von 22,7 Prozent. Zweitgrößter Einzelaktionär ist die Westdeutsche Landesbank (WestLB), die nach Bank Austria-Angaben 7,9 Prozent hält. Das deutsche Institut selbst gibt seinen Anteil mit knapp unter 10 Prozent an. Weitere Großaktionäre sind nach Bank Austria-Angaben die Wiener Städtische Versicherung mit 5,53 Prozent und die italienische Banca Intesa mit 3,19 Prozent. Beteiligt sind weiters die Wiener Holding mit 1,84 Prozent, Wüstenrot Österreich mit 1,71 Prozent und "Großaktionäre" mit 2,26 Prozent.

Mit einer Konzern-Bilanzsumme von rund 150 Mrd. Euro (2.064 Mrd. S) ist die Bank Austria-Gruppe, bestehend aus Bank Austria AG, Creditanstalt AG und der Bank Austria Creditanstalt International AG (BA/CA-I) die mit Abstand größte Bank in Österreich. Die Nummer zwei, die Erste Bank folgt erst mit größerem Abstand mit 54,9 Mrd. Euro (755 Mrd. S) Konzernbilanzsumme Ende des 1. Quartals.

Osteuropa-Engagement

Ein wesentliches Asset der Bank Austria ist ihr Engagement in Osteuropa. Die Kommerzbank-Töchter in dieser Region erwirtschafteten 1999 eine Bilanzsumme von 82,4 Mrd. S, bis 2003 ist eine Verdoppelung geplant. Mit eigenen Töchtern vertreten ist die Bank Austria in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Rumänien, Ukraine und Russland. In Polen wurde heuer im Frühjahr die Mehrheit an der PBK (Powszechny Bank Krediytowy) übernommen, die Bank Austria Creditanstalt Poland wird in das Institut hineinfusioniert.

Trotz der Konzentration auf das Kerngeschäft Bank ist die Bank Austria-Gruppe nach wie vor an wichtigen Industrieunternehmen beteiligt, darunter Wienerberger, Lenzing, Universale und Porr. (APA)

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