Ex-RAF-Mitglied Klar sieht hinter Veröffentlichung "Kalkül"

9. März 2007, 11:41
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"Ich finde es verteidigenswert, dass auch ein Gefangener an einer öffentlichen politischen Diskussion teilnehmen kann"

Berlin - Das ehemalige RAF-Mitglied Christian Klar hat sein anti-kapitalistisches Grußwort für eine linksgerichtete Konferenz in Berlin verteidigt und die Berichterstattung der Medien darüber kritisiert. "Ich finde es verteidigenswert, dass auch ein Gefangener an einer öffentlichen politischen Diskussion von Menschen in Freiheit teilnehmen kann", schrieb Klar in einem persönlichen Brief, aus dem die Zeitung "Junge Welt" (Samstag-Ausgabe) zitiert.

"Meinungsblockwarte"

Der Zeitpunkt der erneuten Veröffentlichung seines Grußworts kurz vor der Entscheidung über die mögliche Lockerung seiner Haft sei auffallend. Schließlich sei seine Erklärung schon sechs Wochen zuvor auch im Internet verbreitet worden, betonte der 54-Jährige.

"Niemand von diesen Meinungsblockwarten fand es interessant", schrieb Klar weiter, "bis eben genau einen Tag vor der Vollzugsplankonferenz". Dies sei "Kalkül" und eine "verantwortungslose Vergiftung der Öffentlichkeit".

Klar hatte das Grußwort für eine von der "Jungen Welt" organisierte Konferenz am 13. Jänner verfasst, wo es von dem ehemaligen PDS-Abgeordneten Heinrich Fink vorgetragen wurde. Nachdem am Montag dieser Woche das ARD-Magazin "Report" darüber berichtet hatte, entschied das Justizministerium im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, dem seit 24 Jahren inhaftierten Ex-Terroristen vorerst keine Hafterleichterungen zu gewähren. Die Mindesthaftzeit des mehrfachen Mörders endet nach 26 Jahren im Jänner 2009; dann könnte er auf Bewährung entlassen werden. (APA)

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