"Es gibt keine Trainerdiskussion"

4. März 2007, 17:36
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General Manager Parits will Trainer Zellhofer nicht in Frage stellen, unabhängig vom Derby-Ausgang - Austria mit Auswärtstrikots

Wien - Obwohl die "Rote Laterne" weiter im Horr-Stadion hängt und in Innsbruck eine 2:0-Führung verschenkt wurde, ist bei Österreichs Noch-Fußball-Meister Austria Wien vor dem Derby am Sonntag daheim gegen Rapid von blank liegenden Nerven wenig zu bemerken. "Wenn ich schon nach einem Spiel die Nerven wegschmeißen würde, hätte ich den Job verfehlt. Es kommt noch sehr viel auf uns zu, nicht nur das Derby", meinte Georg Zellhofer, Austria-Coach mit Rapid-Vergangenheit.

Dass sich im Abstiegskampf im Endeffekt die große Qualität des Kaders durchsetzen wird, darauf will sich der Oberösterreicher keinesfalls verlassen. "Qualität hin, Qualität her. Abgerechnet wird auf dem Platz. Wir müssen effektiv spielen und Punkte holen. Die Spiele werden immer weniger." Generalmanager Thomas Parits stärkte seinem Trainer demonstrativ den Rücken: "Egal wie das Spiel am Sonntag ausgeht, es wird keine Trainerdiskussion geben." Gerüchte um Kontakte mit 1860-München-Trainer Walter Schachner wischte Parits vom Tisch.

"Das Derby ist immer das Spiel des Jahres"

Dass im 280. Vergleich nur der Zehnte auf den Siebenten trifft, schmälert die Vorfreude nicht. Parits: "Egal wo Austria und Rapid in der Tabelle stehen, das Derby ist immer das Spiel des Jahres." Die Erwartungshaltung ist groß. "Daheim müssen wir gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir drei Punkte holen", erklärte Youngster Franz "Franky" Schiemer. "Drei Punkte sind durchaus möglich", so Zellhofer. Routinier Mario Tokic warnte jedoch: "Wir müssen vorsichtig beginnen und mehr Cleverness beweisen. Ich erwarte kein schönes Spiel, sondern einen Kampf um jeden Ball und jeden Zentimeter."

Das 2:2 gegen Wacker Tirol wurde am Montag analysiert und danach abgehakt - seit Dienstag gibt es nur mehr ein Thema: Rapid. Von der allgemeinen kolportierten Negativstimmung bei den Violetten, die einmal mehr eine Führung vergeigt haben, will Zellhofer nichts wissen: "Wir haben gegen den Tabellen-Vierten auswärts einen Punkt geholt und Wacker 70 Minuten klar beherrscht. Das gelingt nicht vielen Klubs. Bei mir überwiegt bei weitem das Positive."

David Lafata und Vaclav Sverkos von Beginn an?

Dass die beiden Gegentreffer auf dem Tivoli neu durch zwei gravierende Stellungsfehler bei Standards zu Stande kamen, lässt sich laut Zellhofer im Trainingsalltag nur bedingt bekämpfen: "So eine nervliche Anspannung wie im Match kann man eben im Training nicht simulieren." Im Angriff dürften gegen Rapid erstmals die beiden tschechischen Neuzugänge David Lafata und Vaclav Sverkos von Beginn an das Sturmduo bilden. Wir gut die Neuzugänge eingeschlagen haben, will Parits erst nach fünf, sechs Partien beurteilen.

Die Austria tritt auf Wunsch von Zellhofer im Lokalschlager nicht mit den violett-weiß-gestreiften Heimtrikots, sondern mit den weißen Auswärts-Shirts an. "Eine Idee, die nicht überzubewerten ist. Wenn es uns Glück bringt und wir gewinnen, werden wir es weiter so machen", so Zellhofer, der jedoch von "psychologischer Kriegsführung" nichts wissen will. Neu im Horr-Stadion sind auch die Tore und Tornetze, die nach fünf Jahren vor dem Derby ausgetauscht wurden.

Dass das Wiener Derby trotz der aktuellen Tabellensituation auch international "zieht", zeigt die Tatsache, dass sich Scouts von Arsenal, Sampdoria, Augsburg oder Aachen angesagt haben. Weitere "Ehrengäste" werden Salzburg-Coach Lothar Matthäus, Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka, Bundesliga-Vorstand Georg Pangl, Teamchef Josef Hickersberger sowie Ex-Austrianer wie Franz Wohlfahrt, Andreas Ogris, Attila Sekerlioglu, Manfred Zsak oder Gerd Steinkogler sein.(APA)

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    Genreal Manager Parits.

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