Salzburg zeigt Respekt vor Pasching

3. März 2007, 20:32
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Der Tabellenführer gastiert bei seinem ersten Verfolger - Mattersburg empfängt aus­wärts­starke Rieder - Wacker besucht GAK - Altach bangt gegen Sturm um Leonardo

Wien - Tabellenführer Red Bull Salzburg hat in den kommenden beiden Runden die Chance auf eine Vorentscheidung im Titelrennen der T-Mobile Fußball-Bundesliga. Erst gastiert das Starensemble am Samstag beim Tabellenzweiten FC Superfund Pasching, ehe am Wochenende darauf der zweite Verfolger SV Mattersburg wartet. "Wenn wir unseren Vorsprung in diesen beiden Spielen vergrößern, wäre das ein Meilenstein in Richtung Meisterschaft", bestätigte Red-Bull-Trainer Lothar Matthäus.

14 Runden vor Schluss führen die Salzburger 13 Punkte vor Pasching und Mattersburg. Die Burgenländer haben in der 23. Runde die in zehn Auswärtsspielen in Folge ungeschlagene SV Ried zu Gast. Der Tabellenvierte FC Wacker Tirol muss zum finanziell gebeutelten GAK, der nach dem eingebrachten Konkurs auf eine Trotzreaktion hofft. Der Stadtrivale Sturm, der diesen schon hinter sich hat, flog zu Aufsteiger Altach nach Vorarlberg.

"Stärkere Mannschaft, bessere Spieler"

Noch vor dem 280. Wiener Derby am Sonntag richten sich die Augen aber auf das Paschinger Waldstadion und darauf, ob die Hausherren das Titelrennen noch offen halten können. "Wir müssen uns auf alle Fälle steigern, um dort zu bestehen", meinte Matthäus respektvoll. "Ich hoffe, dass wir das Spiel so bestimmen können, dass sie ihre Offensivstärke nicht ausspielen können. Ohne überheblich klingen zu wollen: Wir sind die stärkere Mannschaft und haben die besseren Spieler."

In der Abwehr gibt das Trainerduo Trapattoni/Matthäus erneut dem Schweizer Meyer den Vorzug gegenüber dem Japaner Miyamoto. Offensiv kehrt man zum bewährten System mit Solospitze Alexander Zickler zurück. "Wir spielen trotzdem auch in Pasching auf Sieg. Wir wollen die Distanz auf den Zweiten vergrößern", versicherte der Führende der Schützenliste, der die Oberösterreicher beim 3:0-Heimsieg im November mit drei Toren im Alleingang k.o. geschossen hatte.

Verletzungssorgen bei Paschingern

Pasching hat zwar seine drei vergangenen Heimspiele gewonnen, muss aber neben Ortlechner, Chiquinho und Agic auch Abwehrchef Chaile verletzt vorgeben. Dadurch dürfte der vielseitige ÖFB-Nationalspieler Sariyar gegen Zickler & Co. verteidigen müssen. Das Meisterrennen hält Pasching-Coach Constantini längst für entschieden: "Selbst wenn wir gewinnen, ist es unrealistisch, vom Titel zu sprechen. Auch wenn wir jetzt eine Siegesserie hinlegen würden, wäre der Vorsprung von Salzburg zu groß."

Andere Sorgen hat der GAK - finanzielle. "Die Ungewissheit nagt an den Spielern", bestätigte Trainer Söndergaard. "Die Verunsicherung war heuer aber schon größer" - beim angedrohten Streik auf Grund fehlender Gehaltszahlungen im Jänner. Nun gaben Kapitän Kollmann und seine Kollegen eine "Jetzt erst recht"-Mentalität aus.

Tirol vermisst Kolousek

Gegner Tirol läuft in den fünf Spielen seit der Knöchelverletzung von Regisseur Kolousek einem vollen Erfolg nach. Der Tscheche könnte in Graz ein Kurz-Comeback geben. "Die Mannschaft braucht ihn", weiß Coach Straka, der Kolousek zumindest auf die Bank setzen will. Zudem habe das 2:2 gegen die Austria nach 0:2-Rückstand "sehr viel Selbstvertrauen gegeben."

Ried verteidigt seine stolze Auswärtsserie in Mattersburg. "Wenn wir auswärts weiterhin so regelmäßig punkten, bin ich zufrieden", versicherte Trainer Kraft trotz neun Remis in den zehn Spielen ohne Niederlage. "In der Offensive muss es aber besser klappen." Neuzugang Salihi war zuletzt im Angriff zu sehr auf sich alleine gestellt.

Ähnliche Probleme hatte das neue Mattersburg-Sturmduo Jancker/Naumoski in Pasching. "Unser Ziel zu Saisonende ist Platz drei. Dafür sollten wir gegen Ried gewinnen. Zu Hause sind wir eine Macht", betonte SVM-Trainer Lederer, der neben Kapitän Kühbauer auch den neuen Ungarn Csizmadia nach dessen umstrittenem Ausschluss in Pasching (0:2) auf Grund einer Sperre ersetzen muss.

Altach bangte vor dem Heimspiel gegen Sturm um den Einsatz von Topscorer Leonardo, der Brasilianer stürmt aber trotz einer Adduktorenverletzung neben dem Costa Ricaner Ledezma. "Die beiden müssen wir in den Griff bekommen", kennt Sturm-Trainer Foda das Erfolgsrezept. "Aber wenn wir so spielen wie gegen Ried (1:1), mache ich mir keine Sorgen." Sein Team wartet seit dem 29. Juli (4:1 in Mattersburg) auf einen Auswärtssieg. (APA)

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