Äthiopien: 14 vermisste Franzosen wieder aufgetaucht

5. März 2007, 15:36
posten

Präsident von Grenzregion macht eritreische Soldaten für Entführungen verantwortlich

Addis Abeba - In Äthiopien sind 14 entführt geglaubte französische Touristen wieder aufgetaucht. "Wir sind sehr froh und glücklich, dass sie unversehrt sind", sagte der Chef des Reiseveranstalters Origins Ethiopia, Samson Teshome, am Samstag in Addis Abeba. Erstmals seit Dienstag habe sein Unternehmen Kontakt zu sieben Vermissten gehabt. Sie seien nicht entführt worden.

Bereits am Freitag hatte der Reiseveranstalter mitgeteilt, dass eine Gruppe von zehn weiteren Reisenden sich wohlbehalten zurückgemeldet habe. Der französische Reiseveranstalter Aventure et Volcans teilte mit, dass sieben ebenfalls als vermisst gemeldete französische Touristen wieder aufgetaucht seien. Sie hätten Kontakt mit dem Veranstalter aufgenommen, nachdem ihr Satellitentelefon auf dem Gipfel eines Vulkans zwischenzeitlich keinen Empfang gehabt habe.

Angestellte der britischen Botschaft

In Addis Abeba trafen nach Angaben des britischen Außenministeriums unterdessen Beamte ein, die sich um die Freilassung von fünf Angestellten der britischen Botschaft und 13 Äthiopiern bemühen sollen. Aus Kreisen der äthiopischen Regierung verlautete, die Armee suche in einem verlassenen, gefährlichen Gebiet nach den Vermissten. Der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi hatte am Freitag versichert, die Regierung suche nach den Vermissten.

Der Präsident der nordöstlichen Grenzregion Afar, Ismail Ali Sero, machte Soldaten aus Eritrea für die Entführungen verantwortlich. "Wir wissen, dass fünf Briten von den eritreischen Soldaten gekidnappt und nach Eritrea gebracht wurden", sagte er der AFP. Es gebe nun keine andere Möglichkeit, als mit der Regierung von Eritrea über eine Freilassung zu verhandeln. Die eritreische Regierung wies die Anschuldigungen zurück. "Das ist verrückt, niemand hat etwas mit Entführungen zu tun", sagte der Bürochef von Staatspräsident Issaias Afeworki der AFP telefonisch aus Asmara. "Natürlich sind keine eritreischen Soldaten in Äthiopien."

Die Afar-Wüste, einer der heißesten Orte der Erde, erstreckt sich auf Teile von Äthiopien, Eritrea und Dschibuti. Anfang der 90er Jahre hatten Separatisten einen Aufstand gegen die Aufteilung der Bevölkerung von Afar auf die drei Staaten gestartet. (APA)

Share if you care.