Skulpturale Verblüffungen im Grazer Kunsthaus

2. März 2007, 14:01
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Werner Reiterer-Ausstellung "Auge lutscht Welt" mit streckenweise makabren Zügen

Graz - Im Grazer Kunsthaus zeigt Werner Reiterer seine Installationen und Objekte unter dem Titel "Auge lutscht Welt". Der Künstler beschäftigt sich in seinen vorwiegend als ironische Selbstporträts gestalteten Arbeiten mit Irritationen, Hinterfragungen und Reflexionen. "Er spielt mit einem Feld von Widersprüchen", erklärte Kunsthaus-Chef Peter Pakesch bei einer Presseführung am Freitag in Graz.

"Auge lutscht Welt" ist die erste Schau im Kunsthaus, die einem Grazer Künstler gewidmet ist. Durch Werner Reiterer sei eine "neue Prägung im Umgang mit dem Skulpturenbegriff erfolgt", so Pakesch. Dem Betrachter begegnete immer wieder der Künstler selbst in Form von Puppen, die lebensgroß oder auch verstümmelt sind.

Was zu sehen ist

Eine dieser Figuren hat den Schlauch einer Gasflasche im Mund und schwebt wie ein Luftballon an der Decke des Ausstellungsraumes. Ein anderes Werk zeigt eine Badewanne, aus der nur der knallrote, aus dem Mund rauchende Kopf einer Leichen-Figur herausragt. Vor einer Wand kann jeder Besucher, der dazu Lust verspürt, einen Schrei ausstoßen, der dann Einfluss auf die Licht- und Geräuschkonzeption im Raum hat.

Komische Elemente gepaart mit bitterbösen Einfällen finden sich nicht nur in den Skulpturen, sondern auch in der Serie von Zeichnungen, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind. Auch diese Arbeiten spielen mit nicht erfüllten Erwartungen und ironischen Brüchen. Dabei verwendet Werner Reiterer stets das gleiche Format, alle Bilder sind 50 mal 70 Zenitmeter groß und mit verschiedenen Bleistiften gestaltet. (APA)

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