Betastrahler gegen Narbenbildung im Körper

5. März 2007, 10:30
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Winzige Implantate könnten Wundheilung nach Operationen unterstützen

München - Eine radioaktive Bestrahlung kann bei der Wundheilung im Körper die Bildung von Narben verringern. Dies ist insbesondere wichtig nach Operationen in röhrenartigen Strukturen wie etwa Harn-, Gallen- oder Tränenwegen, die durch Narben stark verengt werden können. Schon lange ist bekannt, dass Radioaktivität die Bildung von Narben verringert. Allerdings war eine Konzentration der Strahlung ausschließlich auf entzündetes Gewebe bisher nicht möglich, und gesundes Gewebe wird durch radioaktive Bestrahlung geschädigt.

Im Rahmen des Projekts "BetaMod" entwickelten ForscherInnen der Technischen Universität München um Projektleiterin Ines Lanzl winzige Implantate, die mit dem Betastrahler Phosphor 32 beschichtet sind. Dabei ist das Implantat mit einer genau berechenbaren Anzahl von Phosphor-Atomen bestückt. Nach Operationen an Harn- und Gallenwegen wird die Röhrenstruktur ohnehin bereits durch Implantate gegen Narbenbildung geschützt. Die Integration der radioaktiven Betastrahler kann daher direkt auf diesen Kathetern erfolgen. Die Forscher bereiten nun den routinemäßigen Einsatz solcher Katheter, die mit Betastrahlern bestückt sind, vor, um bereits bei der Operation gegen Narben vorzubeugen. (APA/AP/red)

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