Bürgermeister für Schließung von Markthalle

29. März 2007, 19:30
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Argument: "Unwirtschaftlich und bei Kunden unbeliebt" - Rochusmarkt als Alernative

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl verteidigt die Schließung der Landstraßer Markthalle beim Bahnhof Wien-Mitte. Im Vorfeld einer Dringlichen Anfrage der ÖVP im Gemeinderat sprach er am Freitag von einer bedauerlichen, aber aus wirtschaftlichen Gründen vernünftigen Entscheidung. In Einzelgesprächen mit den Standlern werde man sich um Lösungen bemühen.

Der Bürgermeister verwies in Sachen Markthalle auf einen Beschluss der Landstraßer Bezirksvertretung, bei dem sich außer der ÖVP und einem Teil der Grünen alle Fraktionen für die Schließung ausgesprochen hätten. Ein weiterer Betrieb sei wirtschaftlich nicht mehr vertretbar und auch nicht im Interesse der Kunden. Gegenüber den Standbetreibern werde man sich "nicht grausam, sondern im Gegenteil so kooperativ wie möglich" zeigen.

Alternative Rochusmarkt

"Wir wissen aus Umfragen, dass solche Hallen für Märkte wenig beliebt sind", sagte Häupl. Außerdem gebe es in einer Entfernung von wenigen Gehminuten mit dem Rochusmarkt ein breites Angebot. Sehr zufrieden zeigte sich der Bürgermeister mit dem Fortschritt beim Gesamtprojekt der Bahnhofsüberbauung in Wien-Mitte. Nach der kürzlich erfolgten Bauverhandlung sei dieses nun auf Schiene.

Ganz anders sieht das die ÖVP. Laut Anfragetext ortet sie einen "Anschlag auf die Nahversorgung und das Kleinunternehmertum". Das Wirtschaftlichkeitsargument lässt man nicht gelten. "Die beabsichtigte Schließung scheint vielmehr dazu zu dienen, die Ende 2004 von allen im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien beschlossene Beschränkung des geplanten Einkaufszentrums auf 20.000 m2 auszuhebeln und die Centerfläche massiv auszuweiten", heißt es. (APA)

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