Multimilliardär Buffett sucht Nachfolger

27. März 2007, 15:13
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Mit 76 Jahren fühlt sich der zweitreichste Mann der Welt zwar immer noch ausgezeichnet, dennoch will er, sollte er "heute Nacht sterben", bei seinem Erben auf Nummer sicher gehen

Omaha - Warren Buffett (76), der legendäre amerikanische Investor und zweitreichste Mann der Welt, sucht für den Fall seines Todes einen Nachfolger für das Investmentmanagement in seiner riesigen Holdingfirma Berkshire Hathaway. Bereits im Visier seien drei Kandidaten, die ihn als Konzernchef beerben könnten. Der Verwaltungsrat wisse genau, was zu tun sei, falls er heute Nacht sterben sollte, schrieb Buffett in seinem am Donnerstag veröffentlichten Aktionärsbrief für das Geschäftsjahr 2006.

Buffett hat bereits angekündigt, seine Führungsrolle eines Tages in die eines Vorstandschefs (CEO) und eines Investment-Chefs (CIO) aufzuteilen. Mit 76 fühle er sich aber hervorragend und seine Gesundheit sei ausgezeichnet. "Es ist erstaunlich was Cherry Coke (das Buffett-Lieblingsgetränk) und Hamburger für einen Burschen tun können", scherzte er.

Buffett wies darauf hin, dass eine personelle Klärung auch auf der Investmentseite notwendig sei. Lou Simpson, der Chef der Versicherungstochter Geico, sei nur sechs Jahre jünger als er selbst. Deshalb sucht Buffett in Absprache mit dem Berkshire-Verwaltungsrat nach einen jüngeren Mann oder einer jüngeren Frau, die das Potenzial hätten, ein sehr großes Portefeuille zu verwalten. Sie sollten in der Lage sein, Buffett in dieser Funktion ablösen zu können, falls dies notwendig werden sollte.

73 Tochterfirmen

Buffett hatte Berkshire seit den sechziger Jahren von einer winzigen Investmentfirma in einen der weltgrößten Mischkonzerne mit 73 Tochterfirmen und riesigen Aktienpaketen von US-Großkonzernen wie Coca-Cola, American Express, Procter & Gamble, Wells Fargo und ConocoPhillips sowie anderen lukrativen Investments verwandelt.

Märkte erlebten im Laufe der Zeit "ungewöhnliche und selbst bizarre Dinge", schrieb Buffett. Ein einzelner Fehler könne eine lange Erfolgsserie zunichte machen. Deshalb benötige man jemanden, der "genetisch programmiert sei, schwerwiegende Risiken zu erkennen und zu vermeiden, einschließlich solcher, die man noch nie erlebt habe".

Elf Milliarden Dollar Gewinn

Berkshire Hathaway hat 2006 dank glänzender Gewinne seiner Versicherungs- und Energietöchter 11,0 Mrd. Dollar (8,3 Mrd. Euro) verdient. Damit wurde der Vorjahresgewinn um 29,2 Prozent übertroffen. Dies hat das in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska) ansässige Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt. Berkshire profitierte in großem Stil von den ausgebliebenen Hurrikans im vergangenen Jahr. Die Gewinne waren 2004 und 2005 durch die amerikanische Hurrikan-Serie stark belastet worden. Berkshire hatte danach die Versicherungen stark verteuert. Der Jahresumsatz stieg auf 98,5 (Vorjahr: 81,7) Mrd. Dollar bzw. 74,5 Mrd. Euro).

Berkshire kontrolliert auch dutzende Einzelhandels- und Großhandelsfirmen sowie Unternehmen aus der Bekleidungs-, Gastro-, Bau-, Schmuck- und anderen Branchen.

Firmengründer Buffett ist mit einem Vermögen von 46 Mrd. Dollar nach Microsoft-Gründer Bill Gates (53 Mrd. Dollar) zweitreichster Mann der Welt. Er hat den größten Teil seines Vermögens der Stiftung von Bill und Melinda Gates sowie Stiftungen seiner Kinder zugesagt.

Der Berkshire-Gewinn fiel im Schlussquartal 2006 auf 3,6 (5,1) Mrd. Dollar oder 2.323 (3.330) Dollar je Aktie, da es im Vorjahr einen Milliarden-Sondergewinn durch den Verkauf einer Beteiligung an dem Rasierklingen- und Batteriehersteller Gillette gegeben hatte. (APA/dpa)

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    Buffet: "Es ist erstaunlich was Cherry Coke und Hamburger für einen Burschen tun können."

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