Top Ten als WM-Ziel von Botwinow

4. März 2007, 08:16
1 Posting

39-Jähriger Botwinow bestreitet das letzte große Rennen seiner Karriere - Auch Tauber am Sonntag im 50-km-Marathon

Sapporo - Felix Gottwald absolviert am Samstag sein letztes Großereignis, ein anderer Star des heimischen Nordischen Skisports verabschiedet sich am Sonntag. Der 39-jährige Michail Botwinow nimmt über 50 Kilometer im klassischen Stil mit Massenstart (05:30 MEZ/live ORF 1) sein letztes WM-Rennen in Angriff. Mit den weiteren Teilnehmern Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder schöpft der ÖSV das Kontingent zum Abschluss der Titelkämpfe in Sapporo voll aus.

Seine letzte Teilnahme an einem Großereignis ruft bei dem gebürtigen Russen Botwinow keine sentimentalen Gefühle hervor. Insgesamt vier Stück Edelmetall in allen Farben hat er bei Winterspielen (Silber 2002 und Bronze 2006) und Weltmeisterschaften (Staffel-Gold und Bronze 1999) für Österreich gesammelt, eines für Russland (Staffel-Bronze 1993).

Zum Medaillen-Lieferanten ist Botwinow aber erst als Österreicher geworden. Der Vater eines knapp zweijährigen Sohnes mit Wohnsitz in Ramsau macht kein Hehl aus der Liebe für seine neue Heimat. Bei der WM 1999 in WM habe er große Gefühle erlebt. "Ich bin so gut aufgenommen worden im Team und von den vielen Fans", erinnert sich "Boti" etwas wehmütig zurück. Bronze im olympischen 50-km-Rennen in Turin im Vorjahr wäre ein weiteres Highlight gewesen, sagt er. Von seinen zwei Einzelsiegen im Weltcup sticht jener auf dem Holmenkollen 1999 (über 50 km vor Björn Dählie) hervor, in Schweden machte er sich als Wasa-Laufsieger 1997 einen Namen.

"Aber jetzt träume ich davon, etwas Anderes zu machen", sagt Botwinow. Was das sein wird, ist noch ungewiss. "Es ist nichts fixiert, Tätigkeiten für den ÖSV, eine Skifirma oder Privates sind möglich."

Seinen Abschied hätte er sich freilich unter günstigeren Voraussetzungen gewünscht. Eine starke Erkältung und Bronchitis haben Botwinow zwei Wochen lang behindert. Daher überlegte er lange, bevor er ein Ziel nannte. "Top Ten wäre super", sagte der Spezialist für Massenstart-Bewerbe schließlich.

Gleiches gab der Tiroler Tauber an. Die Staffel am Freitag war für ihn eine "kleine Generalprobe für den Fünfziger". Unter die besten Zehn zu laufen wird sicher schwierig, meinte der 30-jährige Seefelder. "Aber je länger ein Rennen dauert, desto besser komme ich in Schwung." (APA)

Share if you care.