15,2 Millionen Verbindlichkeiten

13. März 2007, 20:38
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GAK-Präsident Sticher und Rechtsanwalt Isola dennoch optimistisch: "Teilweise haben sich Gönner von selbst gemeldet"

Graz - Gegen 10:20 Uhr am Freitag traf der GAK-Anwalt Alexander Isola am Grazer Handelsgericht am Marburger Kai ein und übergab begleitet von einer Mitarbeiterin drei dicke Pakete mit Akten an den Beamten der Einlaufstelle, der sie - unterfertigt mit einem kräftigen Stempeldruck - entgegennahm. Isola erklärte dann gegenüber den Journalisten, dass man binnen zehn Tagen eine Fortführungskaution von rund 650.000 Euro zusammenbringen müsse. "Das wird entscheidend", so Isola, der sich allerdings mit dem etwas später eintreffenden GAK-Präsidenten Stephan Sticher hinsichtlich einer Fortführung des Klubs einigermaßen optimistisch zeigte.

Zwangsausgleich mit Quote von 20 Prozent angestrebt

Isola schlüsselte in Kurzform die zahlenmäßigen Lage der "Roten Teufel" auf. Es gebe laut Konkursantrag an buchmäßigen Verbindlichkeiten rund 15,2 Mio. Euro. Davon könne man die Darlehen aus dem Kreise des Präsidiums (laut dem Alpenländischen Kreditorenverband AKV rund 2,8 Mio. Euro), voll besicherte Bankverbindlichkeiten (rund 4,8 Mio. Euro laut AKV) und "teilweise wieder auflebende Forderungen des Finanzamtes (rund 3,3 Mio. Euro laut AKV)" abziehen, was rund zehn Millionen Euro ausmache. Dadurch blieben rund fünf Millionen Euro an tatsächlichen Passiva.

Bei einem Zwangsausgleich käme dann bei einer Quote von 20 Prozent zwischen 1 und 1,2 Millionen Euro heraus, die aufzutreiben seien. GAK-Präsident Sticher hatte die Passiva am Donnerstababend mit rund 6,2 Millionen inklusive Haftungen - also der Landeshaftung - angegeben. Laut dem AKV sei mit rund 200.000 Verfahrenskosten zu rechnen.

Zuversicht

Isola und Sticher zeigten sich einigermaßen zuversichtlich, denn für die Gläubiger "wäre die Alternative ein Totalausfall" der Forderungen, sagte Isola, der sich dann zum Konkursrichter Peter Paul Kordik-Platzer begab, um ihm den Insolvenzantrag zu erläutern. Die Sanierungsmöglichkeit bestehe, wenn man in in den nächsten zehn Tagen als erstes die Fortführungskaution erlegen könne. Die Vereinsvorstände hätten ja erhebliche Verbindlichkeiten übernommen, nun bedürfe es eines weiteren Kraftaktes.

Präsident Sticher sprach von den 1 bis 1,2 Mio. Euro Summe für die Erreichung des Zwangsausgleichs als "jener Kategorie, mit der wir gerechnet haben". Man verhandle laufend mit den Investoren, wobei sich die Gespräche nun auch etwas leichter gestalten würden, da beim Erreichen eines Zwangsausgleichs "eine gewisse Rechtssicherheit" herrsche, sagte der Präsident am Handelsgericht. Bei den Investoren handle es sich um steirische Unternehmen, man spreche aber mit ausländischen möglichen Geldgebern. "Teilweise haben sich Gönner von selbst gemeldet", näheres wollte der GAK-Boss aber nicht sagen. Die Fans der "Roten Teufel" seien jedenfalls dabei, sich ein Konzept zu überlegen, wie man zur Rettung des Klubs beitragen könne.(APA)

  • Wirtschaftsanwalt Alexander Isola

    Wirtschaftsanwalt Alexander Isola

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