Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea

5. März 2007, 08:08
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Seoul will wieder Reis liefern - Einigung auf Familienzusammenführungen - Neue Wirtschaftsgespräche vereinbart

Seoul/Pjöngjang - Nach der Entspannung im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gibt es auch eine Annäherung zwischen den beiden koreanischen Staaten. Südkorea stellte dem kommunistischen Nachbarland zum Abschluss neuer Versöhnungsgespräche in Pjöngjang dringend benötigte Hilfslieferungen von Reis und Düngemitteln in Aussicht.

Daneben gab es eine Einigung auf neue Familienzusammenführungen und die Wiederaufnahme von Wirtschaftsgesprächen. Zudem sollen die im vorigen Jahr verschobenen Testfahrten auf bereits wiederhergestellten Schienenverbindungen über die innerkoreanische Grenze bis zum Juni nachgeholt werden. Die Reishilfe will Seoul nach südkoreanischen Medienberichten jedoch erst festlegen, wenn Nordkorea seine Zusagen zur Schließung seiner umstrittenen Atomanlagen in Yongbyon erfüllt hat.

Videokonferenzen

Beide Länder einigten sich darauf, nach mehr als einem halben Jahr Pause wieder direkte Kontakte zwischen Familien zuzulassen, die seit Jahrzehnten voneinander getrennt leben müssen. Zunächst sollen Ende März wieder Videokonferenzen und Anfang Mai wieder direkte Begegnungen am nordkoreanischen Kumgang-Gebirge stattfinden. Die Bauarbeiten an einem ständigen Familientreffpunkt sollen fortgesetzt werden. Nordkorea hatte die Projekte im vorigen Juli auf Eis gelegt, weil sich Südkorea geweigert hatte, auf Grund nordkoreanischer Raketentests weiter regelmäßige Lebensmittelhilfe zu leisten.

Internationale Hilfe

Nordkorea erhält seit einer Hungersnot in den 90er Jahren internationale Hilfe. Damals starben rund eine Million Menschen. Südkorea stellte nach dem mutmaßlichen Atomwaffentest im Oktober seine Nothilfe für das Nachbarland ein.

Beide Länder wollten gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um die Einigung bei den so genannten Sechs-Länder-Gesprächen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu verwirklichen, hieß es nun in einer gemeinsamen Erklärung. Nordkorea hatte vor gut zwei Wochen erste Schritte zum Abbau seines Atomwaffenprogramms zugesagt. Binnen 60 Tagen soll es seine Atomanlagen verschließen und auch wieder internationale Atominspektoren zulassen. Im Gegenzug wurden Energiehilfen versprochen. (APA/AP)

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