Wettbewerb lässt Dell-Gewinn einbrechen

13. März 2007, 10:07
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Umsatz blieb allerdings hinter den Prognosen zurück - Aktie gibt nach - "Wir sind von den Firmenergebnissen enttäuscht"

Der vom Rivalen HP verdrängte frühere PC-Branchenprimus Dell hat einen neuen Rückschlag hinnehmen müssen. Im vierten Quartal erlitt der Computerbauer wegen des harten Wettbewerbs einen Gewinneinbruch um rund 30 Prozent auf 673 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Für die nahe Zukunft geht das im texanischen Round Rock ansässige Unternehmen davon aus, dass Ausgaben für umfassende Umstrukturierungen auf Wachstum und Gewinnmargen drücken werden.

Aktie gefallen

Dell-Aktien reagierten außerbörslich mit Abschlägen von rund 1,7 Prozent. "Wir werden unsere Ziele nicht über Nacht erreichen, aber wir werden sie erreichen", sagte Firmengründer Michael Dell. "Wir sind von den Firmenergebnissen enttäuscht, aber was zählt ist unser Strategieplan für die Zukunft." Mit einem Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar blieb Dell in dem am 2. Februar zu Ende gegangenen Vierteljahr hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Beim Gewinn hatten die Analysten indes mit einem noch größeren Rückgang gerechnet. Im Quartal schrumpfte auch die Gewinnmarge um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Allerdings legte Dell die Zahlen unter dem Vorbehalt vor, dass sie angesichts andauernder Überprüfungen früherer Firmenergebnisse noch revidiert werden könnten.

Zurück an die Spitze

Der 42-jährige Dell hatte erst Ende Januar wieder die Führung seiner Firma übernommen, um das Ruder im Wettbewerb mit dem neuen Weltmarktführer HP herumzureißen. HP hatte den einstigen Börsenliebling Dell im vergangenen Jahr an der Weltspitze der PC-Produzenten abgelöst. Seit er wieder im Chefsessel sitzt, hat Michael Dell die Zahl der ihm direkt unterstehenden Manager deutlich reduziert und der internen Bürokratie den Kampf angesagt.

Neue Wege

Auch über neue Vertriebswege wird nachgedacht, da Dell - anders als seine Rivalen HP und auch Apple - seine Rechner bisher nur direkt an Endkunden verkauft. Dell macht rund 85 Prozent seines Umsatzes mit Geschäftskunden, einem im Vergleich zum Privatkundengeschäft langsamer wachsenden Marktsegment. HP senkte dagegen für Privatkunden die Preise und konnte so den Verkauf kräftig ankurbeln. Desktop-Rechner von Dell wurden im vierten Quartal weniger verkauft und der Umsatz sank hier um 18 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Laptop-Computern stagnierte bei 3,8 Milliarden Dollar.

Konträr

Bei HP sind die Notebooks dagegen eines der am stärksten wachsenden Segmente. Michael Dell hatte das Unternehmen 1984 in seinem Studentenzimmer gegründet und mit 1000 Dollar Startkapital an die Spitze der Computerindustrie geführt. Doch seit einiger Zeit kämpft der Konzern mit den Folgen einer großen Rückrufaktion sowie Beschwerden über schlechten Service. Auch ist nicht mehr eindeutig, ob der Direktvertrieb angesichts tausender Verkaufsstellen der Konkurrenten weiter das Mittel der Wahl ist. (Reuters)

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